Gestern besuchten wir das Innere des Kreml, also einen Haufen orthodoxer Kirchen. In die Regierungsgebaeude kann man natuerlich nicht hinein, dafuer sorgen strenge Wachleute, die mit Stock und Trillerpfeife dafuer sorgen, dass sich kein Tourist in falsche Gebiete verirrt. Die russisch-orthodoxen Kirchen sind fuer uns sehr ungewohnt weil sie an den Innenwaenden ueber und ueber voll sind mit Heiligenbildern (Ikonen). Sodass man schon fast meinen koennte, der Monotheismus habe sich hier noch nicht ganz durchgesetzt.
Natalia, unsere Kontaktperson von der Agentur, die die Tickets fuer uns buchte und die wir am Dienstag persoenlich trafen, gab uns Tipps und meinte, Moskau sei sehr sicher. Ausserdem braeuchten wir uns keine Sorgen wegen der Polizei machen, weil die zwar durchaus Touristen zwecks Visakontrollen anhalten duerfen, dies aber nur sehr selten tun, weil sie nicht oder nicht gut Englisch koennen. Ausserdem koennten zumindest Christa und Christian vom Aussehen her auch Russen sein. Ich hingegen schaue wegen meiner (noch) dunklen Haare "auch noch nicht wie ein kaukasischer Attentaeter" aus, also ich weiss nicht, ob ich das als Kompliment verstehen soll.
Heute fuhren wir zum "Neujungfrauenkloster", einer Kloster, wo schon die Zaren ihre ungeliebten Ehefrauen oder zu maechtig werdenden Schwestern hin abschieben liessen. Auch dort gab es wieder Kirchen mit vergoldeten Zwiebeltuermen und Massen von Ikonen. Auch besuchten wir das Grab von Nikita Chruschtschow, dem ein Platz an der Kremlmauer verwehrt blieb.
Danach gingen wir zu Fuss geschaetzte vier Kilometer von der Metrostation zur Moskwa (Fluss) und von dort zum Gorki Park. Wie im Lied "Wind of Change" von den "Scorpions" spuerten auch wir auf dem Weg entlang der Moskwa starken Gegenwind - ob dieser auch wirklich was veraendert...?
Im Gorki Park gab es dann ein Subway Sandwich, leider habe ich dort anscheinend aus lauter begeisterung ueber den guten Senf im Sandwich anscheinend Christas Moskau-Reisefuehrer auf der Parkbank liegen lassen. Und als wir umkehrten, einen zusaetzlichen Kilometer zu Fuss riskierten, um ihn wiederzubekommen, war er nicht mehr da. Gut, er war von 1994 und Gott sei Dank haben wir ihn erst heute "angebaut", jetzt schulde ich der Christa einen Gspritztn... ;)
Die Christus Erloeser Kirche, die wir danach besuchen wollten erreichten wir leider puenktlich zur Sperrstunde um sechs, also machten wir nur von draussen Fotos. Vielleicht schaffen wirs morgen noch rein, ich rechne aber mit vielen Ikonen und Goldschmuck drinnen.
So, jetzt gibts gleich eine Eierspeis mit duerrer Wurst aus Oesterrech und Kaese und dazu Vodka :)
Na sdorowje!
PS: Morgen (Freitag) Abend gehts los mit der Transsib gen Osten, also weiss ich nicht, ob ich davor noch einen Eintrag schreiben werde - wenn nicht, lest ihr von mir wieder aus Irkutsk, Ulan Baator oder Peking.
1 Kommentar:
Sehr netter Blog!! Ich wünsch Euch eine gute Reise und bin schon ganz gespannt auf die nächsten Posts.
lg Roman
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