Montag, 31. August 2009

Bogota

Seit vorgestern sind wir in Bogotá, der dritthoechsten Hauptstadt Suedamerikas, mit fast so vielen Einwohnern wie ganz Oesterreich. Gleich nach der Ankunft wollten wir mit einem Taxi zu einem Hostal im Zentrum fahren, der Taxifahrer allerdings fuehrte uns zu einer ganz anderen Adresse, wo ein angeblich viel billigeres und besseres Hotel war und versprach uns, am naechsten Tag uns ins Zentrum zu bringen. Angeblich war wegen einer Baustelle das ganze Zentrum gesperrt. Wir glaubten ihm seine Geschichte nicht ganz und bestanden darauf, dass er uns ins Zentrum bringt, weil vor dem von ihm angepriesenen Hotel liefen auch Prostituierte auf und ab und irgendwie schien es dort nicht ganz so sicher. Er weigerte sich aber, hineinzufahren und so gingen wir einige hundert Meter mit den Rucksaecken zu Fuss ins Zentrum und suchten uns, von der beginnenden Dunkelheit gedraengt, ein Hotel. Am naechsten Tag wollten wir in ein billigeres Hostal umsiedeln, das wir auch bald fanden, allerdings kostete dort die Nacht in einem Schlafsaal ohne Bad genau so viel wie im vorigen Hotel die Nacht im Doppelzimmer mit Fernseher und Bad kostete. So zogen wir ein besseres Hotel, nicht mal doppelt so teuer wie das Hostal, wo wir sehr grosse Zimmer um umgerechnet 12 Euro pro Person bekamen. Gut, dass wir nicht in dem Hotel blieben, wo wir die erste Nacht verbracht hatten, denn heute in der Frueh kauften wir gegenueber das Fruehstueck, Tinto (Kaffee), und sahen, wie vor diesem Hotel 4 Polizeimotorraeder und ein -auto standen und die Polizisten mit gezueckten Revolvern ins Hotel gingen. Einer kletterte sogar von einem Balkon auf den anderen, anscheinend suchten sie jemanden.
Aber uns geht es gut. Bogota ist eine moderne Stadt, historische Gebaeude gibt es auch und viel Geschichten dazu, die einem oft einfach nur so von Passanten erzaehlt werden, die kurz stehenbleiben und mit einem reden.

Reise


Mittwoch, 26. August 2009

Cartagena

Sind in Cartagena angekommen.
Erste Eindruecke: Heiss, schwuel und enge Gassen.
Mehr gibts spaeter ;)

Samstag, 22. August 2009

Kolumbien II - Graeber, Pferde, Busfahren und Karibik

Heute morgen war es soweit: Nach ungefaehr 30 Stunden Fahrt von San Agustin ueber Bogota kamen wir in Taganga, einem kleinen Fischerdorf an der Karibikkueste an. In 2 Tagen haben wir ungefaehr 2000 km auf der Strasse zurueckgelegt. Die Busse in Kolumbien kosten fast doppelt so viel wie in Ecuador, dafuer sind viele klimatisiert und die, die lange Strecken fahren haben tolle Sitze auf denen man wie in der Businessclass im Flugzeug schafen kann. Davor waren wir in San Agustin und in Tierradentro, eigentlich in San Andres. Also von Popayan (letzter Eintrag) weg sind wir nach Tierradentro gefahren, eine archaeologische Sehenswuerdigkeit, dort haben noch vor Kolumbos die einheimischen Voelker Steingraeber tief in die Erde gebaut. Die Fahrt dorthin war abenteuerlich, in einem alten, kaputten Bus ueber kaputte und gefaehrliche Bergstrassen, durch Baeche und ueber Geroell. Trotzdem hat sich die Reise ausgezahlt, wir wurden in dem kleinen Dorf herzlich empfangen, von Leonardo, der, von Figur und Aussehen eher an Don Quijotes Sancho Panza erinnernd, unser Hausherr war und uns in seinen neu gebauten Gaestezimmern billig uebernachten liess. Nebenbei gehoerte ihm auch das beste Restaurant des Dorfes, in dem wir billig essen konnten. Am dritten Tag trieb er fuer uns vier Pferde zusammen und wir konnten zu einem mehr als nur billigen Preis zu den etwas abseits gelegeneren Graebern reiten. Jetzt werden sich vielleicht manche fragen: "Der Klaus auf einem Pferd, das kann nicht gut gehen." Ging es aber. Meine weisse Stute, trug mich sicheren Schrittes ueber Stock und Stein und nach den ersten hundert Metern hatte ich keine Angst mehr und vertraute meinem edlen Ross mein wertvolles Leben an. So schwer war es auch nicht, Maria und Kerstin waren hervorragende Reitlehrerinnen und es machte mir wirklich Spass. Aber Hut ab vor den Pferden, wo die einfach so raufhoppeln, da haette ich als Wanderer schon fast Angst bekommen, und ich haette einem Pferd nie zugetraut, diesen Weg einfach so zu gehen, bis ich es selbst erlebt habe.
Von San Andres aus fuhren wir am naechsten Tag ueber umstaendliche Wege und mit oefterem Umsteigen von einem "Sammeltaxi" (meistens Camionetas, also Pick-ups auf "Deutsch") ins naechste nach San Agustin. San Agustin ist fuer die Steinskulpturen von praekolumbischen Kulturen bekannt. Dort gibt es auch schon mehr Tourismus und irgendwie verlieren auch die schoensten Attraktionen an Reiz, wenn sie von geldgierigen, nervenden und scheinfreundlichen Tour- und Hotelanbietern bevoelkert werden. Leider verkommt San Agustin meiner Meinung nach zu so etwas, wir machten zum Beispiel eine Tour in einem Jeep zu den wichtigsten Staetten rund um San Agustin, Kosten 140.000 Pesos (ca 46 Euro), laut unserem Chauffeur verdient er, wenn er uns den ganzen tag chauffiert 15.000 Pesos (ca 5 Euro), fuer den Besitzer des Autos, der nicht er ist gehen 35.000 (ca 11,50 Euro) + 50.000 (ca 17 Euro) fuer Benzin drauf und fuer den Vermittler 40.000 (ca 13 Euro). Also die zwei, die am wenigsten leisten, kassieren mehr als die Haelfte. So funktioniert Wirtschaft nun mal.
Noch in der Nacht des selben Tages fuhren wir nach Bogota, ca 10 Stunden von San Agustin aus, kamen um fuenf Uhr frueh in Bogota an und fuhren um sieben Uhr weiter Richtung Barranquilla, wo wir drei Uhr frueh des naechsten Tages ankamen und eine weitere Stunde nach Santa Marta fuhren und von dort aus 20 Minuten im Taxi nach Taranga, wo wir im Moment gerade sitzen und die ersten Duschen seit mehreren Tagen geniessen.
Liebe Gruesse

Freitag, 14. August 2009

Kolumbien

Bin gerade in Popayan, im Sueden von Kolumbien.
Es geht uns allen gut und der Kaffee ist nach ersten Kostproben nicht umsonst in der ganzen Welt bekannt.
Leider wurde mir auf der Fahrt von Guayaquil zur Grenze meine Kamera gestohlen, ich habe keine Ahnung wann und wie genau, da ich den Rucksack staendig zwischen meinen Fuessen hatte. Offenbar hat bei der Sicherheitskontrolle beim Einsteigen jemand mitbekommen, was im Rucksack war und erst in Kolumbien bemerkte ich, dass meine Jacke fehlte und erst spaeter, dass die Kameratasche offen und keine Kamera mehr drinnen war.
Sonst ist es sehr schoen hier, viele Polizeikontrollen und -praesenz ueberall aber die meisten Leute sehr nett.