Heute, Montag, verliessen wir am spaeten Vormittag mit einer Faehre Hongkong Island nach Macao. Weil das Katamaran aber so schnell fuhr und ziemlich schaukelte, wurde ich, der ich bis jetzt der einzigeohne jegliche Verdauungsprobleme auf dieser Reise bin, fast mein Frühstück los. Aber Gott sei Dank nur fast. Der Fährverkehr ist zwischen Hongkong und Macao fast wie der internationale Flugverkehr geregelt, also mit Ticketkauf, Einchecken, usw... Immerhin muss man aber auch durch zwei Grenzkontrollen, was in Macao wegen des großen Andrangs aber erst nach einstündiger Wartezeit möglich war. Insgesamt haben wir allein heute, also mit Hin- und Rückfahrt, vier Passkontrollen gehabt und fast eine ganze Seite im Reisepass vollgestempelt bekommen.
Macao ist ja wie Hongkong eine Sonderverwaltungszone auf chinesischem Gebiet, war es doch bis 1999 eine portugiesische Kolonie. Und das merkt man doch sehr stark. In Chinas Städten sind viele Wegweiser und Schilder oft in Chinesisch und Englisch, in Hongkong kommt das lokale Kantonesisch hinzu, in Macao gibt es oft Schilder in vier Sprachen, weil Portugiesisch noch dazu kommt. Macao ist durch die Landgewinnungsaktionen der letzten 10 Jahre um 10 km² auf ca 28 km² gewachsen, also immer noch winzig, aber sehr dicht bebaut, was man vor allem an den engen Gassen und Gehsteigen zu spüren bekommt. Im Zentrum sind, anders als in Hongkong, noch viele Bauten aus der Kolonialzeit erhalten und zum ersten Mal auf unserer Reise betraten wir eine katholische Kirche, nachdem wir schon in russisch-orthodoxen und einer anglikanischen sowie buddhistischen und taoistischen Tempeln gewesen waren. Sehr eindrucksvoll waren auch die "Ruinas de Sao Paolo" eine steinerne Barockfassade, die frei stehen blieb, als im 19. Jahrhundert die dahinterliegende Kirche aus Holz abbrannte. Außerdem ist Macao so etwas wie Las Vegas für Chinesen; denn dadurch, dass Glücksspiel in China verboten ist, kommen viele Chinesen zum Spielen nach Macao. Und nachdem Hongkong Macao wegen des besseren Tiefseehafens bereits vor langer Zeit den Rang als Handelsmetropole abgelaufen hat, ist heute das Glücksspiel und der damit verbunde Tourismus zu einer der wichtigsten Einnahmequellen für das kleine Sonderverwaltungsgebiet geworden.
Mit dem Bus wollten wir dann weiter in einen buddhistischen Tempel fahren, mangels Wissen aber fuhren wir in die falsche Richtung und brauchten eine halbe Stunde, da der Bus zuerst die ganze Stadt durchkreiste. Das war eben um 3,20 Patacas (ca 30 Cent) eine billige Stadtrundfahrt für uns. Der Tempel war ganz interessant, keine Touristen und größtenteils andächtige Stille, sowie schwere Luft vom Rauch der unzähligen Räucherstäbchen und -spiralen. Ungewohnt für uns war, dass bei den Altären und Urnenschränken überall Opfergaben standen. Von Coladosen über Obst bis hin zu Schnapsflaschen für die Verstorbenen - oder die Götter? Den Bus zurück zu finden war wieder eine mittelgroße Herausforderung, zufällig fanden wir heraus, dass die Linie, mit der wir gekommen waren uns auch zum Fährhafen bringt und als wir einstiegen, erkannten wir wieder unseren Fahrer von vorher, der uns den Weg zum Tempel beschrieben hatte. Er lachte auch über uns, weil wir ja vorher ziemlich lange mit ihm unterwegs gewesen waren und wahrscheinlich mehr Zeit in seinem Bus als im Tempel verbracht haben.
Die Rückfahrt mit der Fähre war dann angenehmer und die erneuten Kontrollen vor der Einreise nach Hongkong gingen überraschend schnell. Mein Magen bekam dann noch als Belohnung fürs Aushalten ein BigMac-Menü, das um nichtmal 2 € in Hongkong einer der billigeren Wege ist, satt zu werden. Na gut, satt bin ich davon eh nicht geworden, aber mit einem zusätzlichen Burger hats dann gereicht.
Mit hitzigen Grüßen
KCC
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