Wir sind in Peking angekommen und bekommen das ordentlich zu spueren. Nicht nur, wegen einer eineinhalb Tage langen Zugfahrt, auf der wir Wuestenstaub, Kaelte und zum Schluss auch noch extrem schwueles Wetter hatten, sondern auch, weil wir aus China offenbar weder Facebook noch Twitter noch den Blog erreichen. Die Eintraege kommen jetzt, wenn ueberhaupt, nur auf Umwegen in den Blog (mein lieber kleiner Bruder wird sie per Mail bekommen und in meinen Blog online stellen), da Chinas Internet-Zensur gleich prophilaktisch alle Blogs weltweit sperren liess, da es ja auch kritische geben koennte. Ansonsten ist es in China aber relativ "normal", es gibt hier alle westlichen Geschaefte und die meisten Gebaeude im Zentrum von Peking sind sehr schoen oder sehr modern. Aber wieder mal alles der Reihe nach. Sonntag Morgen Ortszeit brachen wir von Ulaanbaatar auf und erreichten auf einer Fahrt ueber eine Zugstrecke, die einer in Oesterreich stillgelegten Nebenbahn gleicht, am Abend die mongolisch-chinesische Grenze. Das ganze Prozedere dauerte wieder 6 oder 7 Stunden, da zusaetzlich zu den zwei Grenz- und Zollkontrollen auch noch die Waggons "umgespurt" werden mussten, da man in Russland und der Mongolei auf der "Russischen Breitspur" faehrt, die ca 10 cm breiter ist als die in Westeuropa und China uebliche Spurweite. Das dauerte auch seine Zeit, der ganze Zug wurde in eine Halle geschoben, alle Waggons voneinander getrennt und angehoben, sodass die Fahrgestelle auf den Schienen blieben, die dann gegen die unmerkbar schmaeleren ausgetauscht wurden. Natuerlich mussten alle Passagiere waehrenddessen in den Waggons bleiben, da wir die Paesse von den chinesischen Beamten noch nicht zurueckerhalten hatten und wir somit noch nicht legal eingereist waren. Im Abteil bekamen wir dann einen chinesischen Mitpassagier, der ein etwas komischer Typ war... Um 2 in Peking angekommen, mussten wir uns erstmal eine Stunde fuer ein Taxi anstellen, auch wenn uns immer wieder die Fahrer der inoffiziellen Taxis aus der Warteschlange abwerben wollten. Die haetten aber bis zu 250 Yuan fuer die Fahrt verlangt und wir haetten sie schon auf 100 herungehandelt, aber dann sagte uns Gott sei Dank eine junge Chinesin, die vor uns stand, dass das viel zu teuer waere, weil offizielle Taxis nur 30 kosten. So warteten wir eben und nach einiger Zeit brachte uns ein offizielles Taxi wirklich um 30 Yuan (ca 3,50 Euro) ins Hostel. Am Abend versuchten wir noch die chinesische Kueche, die eigentlich gar nicht so schlecht war. Wir bestellten uns eben auch nicht gerade die Schildkroete oder den Frosch sondern eher bekannteres. Christa und ich assen irgendwas mit Rind, Christian versuchte das "Spicy Chicken", das dann leider ein Haufen ziemlich kleiner Huehnerteile - mehr Knochen als Fleisch - gemischt mit sehr sehr vielen Chilischoten war. Aber tapfer kaempfte er sich durch die weniger dubios aussehenden Teile und ass dafuer mehr Nudeln und Reis.
Heute gings zum Sightseeing ins Zentrum. Zuerst mit der neuen und topmodernen U-Bahn Pekings: Einige Linien sind chronisch ueberfuellt und man muss 2-3 Zuege abwarten, um sich dann endlich irgendwie reindraengen zu koennen - so etwas wie zuerst aussteigen lassen und dann einsteigen gibt es hier offenbar nicht. Mit der Ubahn gelangten wir direkt zum Platz des himmlischen Friedens und wir machten uns auf den Weg in die verbotene Stadt, den einstigen Kaiserpalast, der dem gemeinen Volk nicht zugaenglich war. Da in China gerade Ferien sind, draengten sich auf dem Platz und in der verbotenen Stadt (ohne Uebertreibung) hunderttausende Menschen, aber fast nur Chinesen. Die verbotene Stadt ist sehr eindrucksvoll und alt, grossteils auch sehr gut erhalten bzw rekonstruiert. Aber ich wuesste nicht, wo ich solche Menschenmassen schon einmal erlebt haette. Danach spazierten wir noch ueber den Platz des himmlischen Friedens, vorbei am Mao-Mausoleum, das meiner Meinung nach eigentlich "Maosoleum" heissen sollte, und kamen noch in eine chinesische Einkaufsstrasse. Alles sehr ueberfuellt, Chinesen ueberall - es gibt echt sehr sehr sehr viele von denen ;-)
Mit der U-Bahn heim ging es dann gleich bei der Station, bei der wir immer aussteigen muessen zum McDonald`s, wieder einmal etwas gewohntes essen. Aber ich moechte hier nicht so viel aufs Essen eingehen, sonst bekommen wir wieder Kritik, dass es bei uns anscheinend nur ums Essen geht. Aber ein gutes Essen ist die Grundlage fuer glueckliche Reisende und das Wohlbefinden der Gruppe. :-)
Ich hoffe, wir koennen uns bald wieder hinter der groessten Firewall der Welt melden.
Christa, Christian & Klaus
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen