Artikel über den Aufenthalt in Ecuador 2008-2009 und die Reise durch Russland, die Mongolei und China 2011
Samstag, 30. August 2008
Casa Abierta
Dienstag oder Mittwoch, ich weiß es nicht mehr genau, kam eine alte Frau ins CAAM und zahlte die letzte Rate für einen Kredit, den sie von uns bekommen hat. Irgendwie war der Kredit für kleine Hendln und jetzt sind sie groß und weil sie schon 50 Hendln hat, hat sie dem CAAM einen Hahn geschenkt. Der ist jetzt der Hahn im Korb unter den 2 Gänsen. Die transportieren hier die Hühner im Plastiksackerl und nehmen sie im Bus mit. Als wir Freitag Abend noch auf der Straße waren, haben wir ein total plattgefahrenes Hendl im Plastiksackerl auf der Straße gefunden – wahrscheinlich vom Dach des Busses oder von der Ladefläche eines Pickups runtergefallen und überfahren. War jedenfalls kein schöner Anblick. Trotzdem gabs am Freitag Abend noch ein Schokofundue mit Bananen, Erbeeren, Melonen, Weintrauben und Ananas. Überflüssig zu erwähnen, dass es voll gut war.
Momentan haben wir Besuchszeit hier in Pedro Carbo, eine Kanadierin, die der David vom Sprachkurs kennt und die jetzt auf die Galapagosinseln zum Arbeiten fährt, und der Christof, ein Freund von Klaus I, mit dem er ab nächster Woche Bergsteigen geht, haben unsere Zivi-Runde ergänzt. Ab nächster Woche bin ich alleine auf meinem Posten, mein Vorgänger fährt, wie erwähnt, Bergsteigen und ich hoffe, dass ich das irgendwie meistern kann, Arbeit habe ich auf jeden Fall genug mit der Buchhaltung vom August.
Hier die Fotos:
http://www.flickr.com/photos/27350295@N04/sets/72157607023492954/
Wenn ich mich nicht irre, geht in Österreich die Schule bald wieder los, also alles GUte allen Schülern und vor allem denen, die in diesem Schuljahr Matura machen!
Liebe Grüsse aber auch an alle Anderen!
Samstag, 23. August 2008
¡Hay Gansos! - Die Gänse sind da!
Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Viel ist geschehen seit dem letzten Eintrag, am Mittwoch Vormittag waren wir wieder in Guayaquil unterwegs und danach wollten wir Gänse kaufen, haben sie aber nicht bekommen, weil der Markt in Daule nur von 6-
Falls man mir E-Mails schickt, bitte keine großen Anhänge schicken, weil wir nur eine Modem-Verbindung im Büro bin und ich sonst ewig warte, bis das da ist. Also Fotos bekomm ich schon sehr gern, aber wenn möglich bitte verkleinern oder komprimieren.
Weil mich schon einige Leute gefragt haben, wies mit Essen und so geht: Also man muss nicht hungern hier, das Essen ist billig und somit leider auch oft von schlechter Qualität, Hauptspeise ist eigentlich immer Arroz (Reis) und Pollo (Hendl) oder Carne (sonstiges Fleisch) sind nur die Beilage, meistens ist das Fleisch aber eh nicht so toll, der Reis auch ein bisschen fad und dazu gibt’s immer in irgendeiner Form eine Banane, also keine so süße, irgendeine andere, die ein bisschen nach Erdapfel schmeckt, find ich. Süßigkeiten und vor allem süße Getränke gibt’s hier in Fülle, was fehlt ist aber Schokolade, obwohls guten Kakao in Ecuador gäbe, gibt’s keine gute Schokolade. Und die Wurst hier ist auch ziemlich mickrig, also wie eine schlechte Extrawurst, es gibt auch den Jamon (Schinken), der ist relativ teuer, und schmeckt wie unser Toastschinken. Milch gibt es, nicht im Packerl, dafür im Sackerl, das ist billiger und sie schmeckt gar nicht so schlecht. Heute haben wir zum Frühstück Liptauer bekommen, den der Klaus I einfach aus Streichkäse, Knoblauch, Zwiebel und Paprika gemischt hat – war einfach köstlich. Ich glaube, es sind diese pikanten Sachen, die einem hier als Österreicher fehlen, also falls mir jemand etwas schicken will, einerseits Schokolade, die immer irgendwer von den Zivis von zu Hause bekommt, oder Speck, Salami oder so eine Wurst halt, die eingeschweißt ist und sich mindestens 3 Wochen im Packerl hält.
Danke für alle E-Mails, es tut mir leid, wenn ich erst spät und sehr kurz zurückschreibe, aber ich hab einfach nicht genug Zeit vor dem Internet. Trotzdem freue ich mich über jede Nachricht und lese auch alles, was ihr mir schreibt.Danke.
Liebe Grüsse nach Hause
Samstag, 16. August 2008
Gulaschsuppe und Papaya…
… war das Abendessen dreier kranker Zivis am Donnerstag Abend im Cresem II. Aber alles der Reihe nach. Eigentlich war ich seit Dienstag ziemlich krank; Bauchweh, Durchfall, Kopfweh, später auch Halsweh und ich hab mich einfach krank gefühlt. Am Mittwoch hab ich mich dann überwunden und bin in die Clinica gegangen, die gleich neben dem CAAM ist. Für 3 $ haben die mich durchuntersucht und dann haben sie mir um über 11$ Medikamente verschrieben, die ich gleich gekauft hab (zahlt dann eh meine Versicherung, hoff ich). Jedenfalls umfasst die Behandlung 3 Spritzen (Mi, Do, Fr), Elektrolytgetränkezeugs wegen Durchfall, und 2 Sorten Tabletten, Ciprofloxacino und 3mal täglich 1000mg Paracetamol, gegen Fieber ist das glaub ich (Hab nicht alles verstanden, was die Ärzte gesagt haben). Jedenfalls geht’s mir jetzt – dank Medikamenten – wieder gut.
Am Donnerstag wollten wir vom CAAM die Kontoauszüge für die Buchhaltung von der Banco Nacional de Fomento in Pedro Carbo abholen und weil das die einzige staatliche Bank mit einer Filiale in Pedro Carbo ist, ist sie auch die einzige, die den Leuten ihren „bono“ auszahlt, das ist so eine Art Sozialhilfe in der Höhe von 30$ monatlich, die sich die Leute aber auch über die Caja vom CAAM auszahlen lassen könnten. Jedenfalls war vor der Bank eine riesige Menschenmenge, manche warten angeblich sogar über Nacht, damit sie am nächsten Tag endlich zu ihrem Geld kommen, und vor der Tür sind 2 Polizisten in voller Montur mit umgehängten Gewehren gestanden und haben uns aufgehalten, weil der Klaus I (ich bin Klaus II – damit uns die Leute auseinander halten können ;))eine kurze Hose angehabt hat. Jetzt sind dann der Chofre (Ecuadorianer, der uns im CAAM hilft) und ich alleine hineingegangen. Schon absurd irgendwie, dass der Polizist dort keine anderen Sorgen hat, als Gringos mit kurzen Hosen, vor allem, weil das Haus der Bank ja auch nicht besser oder schlechter als alle anderen in Pedro Carbo ist. Übrigens sind wir gleich drangekommen, weil die hunderten Leute nur bei einem Schalter angestellt waren, eben bei dem für die Auszahlungen, und wir ja nur die Auszüge gebraucht haben.
Nachdem ich jetzt schon 2 Wochen von meinem Vorgänger „eingeschult“ wurde, bin ich echt erstaunt, wie vielfältig die Arbeit ist und wie viele verschiedene Leute immer wieder bei uns auftauchen, vom Papaya-Chauffeur über den Ají-Lieferanten bis zur Artesana. Und die meisten reden gern und viel. Übrigens, wer gern mal Tabasco-Sauce zum Essen nimmt: Da ist unter anderem unser Ají drin, angeblich sogar in der ganz bekannten, weiß nicht, wie die heißt… Übrigens: Ají heißt Chili auf Spanisch und die rohen Chilischoten sind so scharf, dass sie oft schon auf der Haut brennen, wenn man sie berührt, die sind auch echt feuerrot.
Am Donnerstag Abend hab ich zum ersten Mal Papaya probiert, nachdem wir sie schon tonnenweise verladen und fakturiert haben.
Obst gäbe es hier so viel, sogar ich könnte mich tagelang nur von Früchten ernähren und mir würde es nicht langweilig, aber zum Mittagessen gibt’s immer Reis mit Hendl in verschieden Variationen und so eine halbe Kochbanane oder sowas dazu. Kostet zwar nur einen Dollar, ist aber sicher nicht die ideale Ernährung. Aber im CAAM haben wir einige Kisten Bananen, die von der Verwertungsfirma abgelehnt wurden, weil es zu wenig waren und die kaufen erst ab einer bestimmten Menge und jetzt können alle Socios (Mitglieder) des CAAM und alle, die wir da arbeiten, Bananen essen.
Zum Schluss die Ueberraschung: Es gibt Fotos unter
http://www.flickr.com/photos/27350295@N04/sets/72157606767973653/
Ich hoffe, dass der Link funktioniert.
Adresse fuer Pakete (bitte keine schweren und grossen wegen Zoll, bis 2kg ist meistens zollfrei
):
A
Familia Pluas Criollo
Para Klaus Langer
Sauces 1 Manzana F34 Villa 22
Guayaquil
Ecuador
Samstag, 9. August 2008
1 Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle meine ersten Fotos von Pedro Carbo und meinem Arbeitsplatz praesentieren, aber irgendwie mag der Computer im Internet Café meinen USB-Stick nicht.
Vorgestern hab ich dann endlich mein Censo bekommen, und es dann gleich um 50 centavos folieren lassen, das war auch sehr witzig, denn die Dame, die die Censos foliert macht das nicht mit einem Foliergeraet sondern mit einem Haarglaetter. Das erklaert auch, warum die Folie gestern auf einer Seite schon aufgebrochen ist. Egal, ich Hauptsache ich hab das Censo, das mir jetzt 2 Jahre Aufenthalt als Misionero in Ecuador erlaubt.
Heute ist Samstag und fuer den Nachmittag ist ein Ausflug nach Salinas ans Meer geplant.
Die Adresse fuer Pakete und Briefe an mich wollte ich auch hier reinschreiben, da die aber am USB-Stick gespeichert ist... naja...
Ich werd dran arbeiten, dass es beim naechsten mal wirklich Fotos zu sehen gibt.
Liebe Gruesse!
Donnerstag, 7. August 2008
¡He llegado!
Ich bin gerade in Guayaquil, wo ich mit dem Klaus, meinem Vorgaenger, das Censo mach (Das ist so eine Art Ausweis fuer Auslaender, die halt ein Visum haben und das sehr wichtig ist, weil es mich offiziell als "misonero voluntario" also als freiwilligen Missionar ausweist und dieser "Berufsstand" hier angeblich doch ein gewisses Ansehen geniesst. Und weil die Migración, also so eine von vielen komischen Behoerden, erst um 3 mit der Mittagspause fertig ist, warten wir jetzt im Internetcafe und vertreiben uns die Zeit mit mailen und bloggen.
Ich haette auch schon schoene Bilder von Pedro Carbo gemacht, die aber allesamt in Pedro Carbo sind weil ich ja nicht wusste, dass wir heute noch zu einem Internetcafe kommen. Auch einen Bericht fuer den Blog haette ich mir schon zusammengeschrieben, aber - naja - mach ich das halt spontan jetzt.
Das Caam, in dem ich arbeite, ist ein aus Caña (aehnlich wie Bambus) gebautes Haus mit Strohdach, in dem Auch ein Zimmer zum Wohnen vorhanden ist, in dem aber noch der andere Klaus wohnt. Ich wohne im CRESEM II gemeinsam mit 3 anderen Zivis. Dort ist auch unsere gemeinsame Kueche und die Schule, in der 2 Zivis arbeiten. Leider hab ich ja jezt keine Bilder, sonst wuerd ich mir pro Bild ueber 1000 Worte ersparen, die es angeblich sagt.
Was ich dann genau alles arbeite, also alles, weiss ich wahrscheinlich noch gar nicht, das CAAM handelt mit Papayas, Bananen und Aji (Chili) , mit Kunsthandwerk aus Palmstroh, vergibt Tierkredite und ist an Kleinsparkassen beteiligt. Irgendwas hab ich jetzt sicher vergessen...
Jedenfalls gefaellt mir das Haus, in dem das alles ist, total gut, wenn ihr die Fotos seht, wird es euch auch gefallen ;)
Na gut, viel mehr gibts momentan nicht zu erzaehlen.
Viele liebe Gruesse nach Europa, Amerika oder wo "meine Leser" auch immer gerade sind!