Artikel über den Aufenthalt in Ecuador 2008-2009 und die Reise durch Russland, die Mongolei und China 2011
Sonntag, 30. November 2008
Fotos
Hier gibt es Fotos von der letzten Woche!
Samstag, 29. November 2008
Tod und Leben - Liebe und Hiebe
Es gibt in Pedro Carbo eine Ferreteria (Eisenwarenhandlung) dessen Besitzer von uns immer "Papa Noel" (Weihnachtsmann) genannt wird, weil er einer der reichsten Männer in Pedro Carbo ist und uns von seinen Reisen (erst kürzlich war er zwei Wochen lang in 6 verschiedenen Ländern in Europa unterwegs) immer Geschenke, vor allem Gewand und Schlüsselanhänger, mitbringt. Wir sind auch gute Kunden. Diese Woche ist seine Oma (oder ist es seine Mutter, ich weiß es nicht genau), die 84 Jahre alt war gestorben. Eigentlich recht plötzlich, weil ich sie vorletzte Woche noch im Geschäft getroffen und mit ihr geredet habe. Sie ist auch nur gestorben, weil sie die Stufen runtergeflogen ist. Jedenfalls ist so ein Begräbnis hier schon ein besonderes Ereignis. Das Begräbnis ist heute um 3 Uhr Nachmittag und schon gestern Abend haben sich alle Leute, die die Verstorbene gekannt haben, und das sind nicht wenig, in und vor dem Haus, das gleich neben dem CRESEM auf der vierspurigen Hauptstraße von Pedro Carbo ist, versammelt. So viele Leute, dass die meiste Zeit eine der beiden Fahrbahnen total blockiert war. Da sitzen die Leute auf Hockern, reden miteinander über die Verstorbene oder beten oder sitzen einfach nur da. Und das fast die ganze Nacht, ein Kommen und Gehen, und irgendwie gefällt mir das, weil jemand gestorben ist, blockieren sie die halbe Straße. Auch die Prozessionen auf den Friedhof gehen dann immer über die Straße und Busse, Lastwagen und Mopeds müssen warten. Einmal hab ich aus dem Bus heraus gesehen, wie in Guayaquil so ein Begräbniszug sogar auf der achtspurigen Autobahn gegangen ist.
Ja, Tod und Leben liegen hier oft eng beinander, so viele Mütter mit kleinen Kindern sieht man hier, doch auch wöchentlich sieht man mehrmals Begräbnisse, hört von Morden, bekommt Geschichten erzählt von Frauen, denen von 12 Kindern 2 gestorben sind, aber das erzählen sie, wie wenn es normal wäre. Man muss auch ein anderes Verhältnis zum Tod haben, wenn man so große Familien hat, wo es schon sein kann, dass jedes Monat jemand in der Familie stirbt. Dafür bekommen die Frauen auch schon oft mit 18 die ersten Kinder und sind mit 25 schon dreifache Mütter. Ja, mit 16 das erste Kind zu haben ist in Pedro Carbo keine Seltenheit und kommt wahrscheinlich von der fehlenden Aufklärung. Von den CRESEM-Zivis weiß ich, dass sie versucht haben, Sexualerziehung im CRESEM durchzusetzen, die sich aber auf Wunsch der Direktorin darauf beschränkt, dass man Sex erst während der Ehe praktizieren sollte. Nur daran hält sich sicher keiner, wenn man ihnen aber erklären könnte, wie Verhütungsmittel und der Schutz gegen AIDS richtig funktionieren, wäre hier sicher wesentlich mehr getan.
Die katholische Kirche hat in Pedro Carbo sehr viel bewirkt, Hut ab, das muss man schon sagen, was aber die sexuelle Aufklärung betrifft, und ich bin mir sicher, dass es genügend Erwachsene gibt, die keine Ahnung haben (woher auch), so wurde dieses Thema von der Kirche jahrzehnte- oder jahrhundertelang einfach unter den Kirchenteppich gekehrt.
Mittlerweile denke ich auch schon etwas anders über das Thema, weil wie weit sind wir schon in Europa mit unserer Einstellung? 1,3 (ungefähr glaube ich) Kinder pro Frau, Kinder werden als Karrierehindernis, als finanzielle Belastung angesehen. Erstens finde ich das unheimlich egoistisch und zweitens schadet es sicher der Gesellschaft. Wenn ich jetzt nach Österreich kommen würde, würde mir die Umgebung sicher total kinderfeindlich vorkommen. Wenn man hier in Ecuador in ein Haus eingeladen ist, zwei oder mehr Kinder rennen immer herum und sorgen für allgemeine Erheiterung, vom Urgroßvater abwärts spielen alle mit den Kindern und jeder ist so unheimlich stolz auf seinen Nachwuchs. Und was hat man in der Pension von einem tollen Job, den man davor gehabt hat? Die Familie aber bleibt.
Letzte Woche kam ein Ehepaar, ich schätze beide so um die 40, ins CAAM und verlangten nach Yadira. Yadira ist eine Kollegin von mir, die eigentlich für das FEPP arbeitet, aber an einem Kurs über Frauenrechte teilgenommen hat und immer wieder Opfern von Gewalt hilft. Das Ehepaar erzählte ihr dann, dass er, der Mann, am Vortag mit der 14-jährigen Tochter unterwegs war, er war ein bisschen betrunken (wie leider viele hier) und dann wurde er überfallen und betäubt (wie weit wirklich, weiß ich nicht, er war ja auch betrunken, aber es kann schon seint) und die Tochter entführt. Er hat den Entführer aber gesehen, der schon öfter junge Mädchen entführt, in seinem Haus eingesperrt und vergewaltigt hat. Die Polizei hat daraufhin nichts unternommen, deswegen sind sie zur Yadira gekommen. Die ist dann mit ihnen noch einmal zur Polizei (ihr Vater ist auch Polizist) und sie hat dann den Polizeichef dazu überredet, doch mit ihnen gemeinsam zum Haus des Entführers zu fahren, alleine hätten sie sich das nicht getraut, verstehe ich auch. Beim Haus,angekommen war der Entführer samt Tochter aber schon weg und ich weiß nicht, wie die Geschichte ausgegangen ist, aber laut Manuel ist die Tochter wahrscheinlich immer noch in der Gewalt des Entführers und was er mit ihr anstellt, kann man sich denken.
Passend dazu hatten wir am Tag darauf den "Día de la no-violencia contra la mujer" (Tag der Nicht-Gewalt an Frauen) mit einer kleinen Veranstaltung im CAAM, einem Mittagessen und einem anschließenden Marsch, in der Mittagshitze mit Transparenten und Polizeischutz durch die Hauptstraße von Pedro Carbo.
Leider muss man sagen, dass die Fälle von Gewalt, die bei uns gemeldet werden, sicher weniger als die Spitze des Eisberges sind.
Aber jetzt was anderes:
Weil mich immer wieder Leute fragen: Meinen Tieren geht es so weit gut, der Hund wurde gestern von einem Fahrzeug, ich weiß nicht welches, glaub ein Trici, fast überfahren, irgendwie hat es ihn auf die Seite gestoßen und er dürft mitn Kopf über den Asphalt radiert sein, weil er ein paar kleine Wunden hat, wir haben sie sofort eingesprüht, und so tief sind sie nicht, also nehme ich an, dass er keine Maden mehr bekommen wird. Aber er ist gut drauf und das ist schon mal ein gutes Zeichen. Und weil er immer sieht, dass die Katze mir auf den Schoß hupft, hat er das auch probiert, hupft mir einfach auf den Schoß, nur ist er ein bisschen schwerer, größer und dreckiger, also hab ich ihn wieder runterhauen müssen. In der Nacht, so fern er zu Hause ist, beschützt er mich auch, das ist hier gar nicht so schlecht, weil ich ja alleine in dem Haus wohne.
Ich habe das alles in der Oficina (Büro) vom CAAM geschrieben, es ist hier so heiß, dass ich mir mein T-Shirt ausziehen muss, weil mans sonst nicht aushält. Ich habe gehört, in Österreich schneit es schon. Kaum vorzustellen bei 30 Grad im Schatten, den es bei senkrechter Sonneneinstrahlung kaum gibt.
Samstag, 22. November 2008
¡Dale Barcelona!
Wieder Samstagnachmittag, die Zeit, wo ich mir immer eine Stunde Zeit nehme, um etwas in meinen Blog zu schreiben. An Eindrücken und Erlebnissen, die ich erzählen könnte, mangelt es mir nicht, eher an der Entscheidungskraft, was ich schreiben soll und was nicht und wie ich es schreiben soll. Egal, ich fange einfach an: Letzten Sonntag waren wir, wie angekündigt, auf einem Fußballmatch. Schon am Samstag haben sich Jakob und ich in Guayaquil auf der Bahía (großer Markt mit viel Gewand, wie am Jahrmarkt in Hollabrunn, mit Fußballleiberln und auch tonnenweise illegal kopierte Filme, Audio-CDs und alle erdenklichen Computerprogramme) und haben uns die "Camisetas" (Leiberl auf Deutsch, ähh – Österreichisch) von Barcelona gekauft. Barcelona ist doch in Spanien, oder? Richtig, aber der wichtigste Verein von Guayaquil heißt auch Barcelona (nebenbei gibt es auch eine Stadt in Ecuador, die Barcelona heißt, hat aber mit der Mannschaft nichts zu tun) und hat sogar das selbe Wappen, spielt aber statt in Rot-Blau in Gelb-Schwarz (Farben von "Pilsener"-Bier und "Banco Pichincha", die Hauptsponsoren). Und diese Mannschaft genießt in Guayaquil und Umgebung einen derartigen Kultstatus, den man sich in Europa kaum vorstellen kann. Zurück zum Einkauf: Nach harten und zähen Verhandlungen haben wir schließlich ein Leiberl und ein Kapperl um zusammen 11 Dollar bekommen. (also für jeden von uns zwei jeweils ein Leiberl und ein Kapperl um 11 Dollar pro Person) Durchs Verhandeln haben wir uns sicher jeder 15 Dollar erspart. Und am Sonntag gings dann mit dem Bus nach Guayaquil, wo wir im Haus der Familie von Stefans Freundin ein Mittagessen bekommen haben und danach sind wir mit einigen von ihnen zum Stadion mitgefahren. Weil wir schon eineinhalb Stunden vor Anpfiff dort waren, und Karten (um 25 Dollar) für die bessere Tribüne hatten, war das Hineinkommen kein Problem. Der Großteil der ca 70 000 Zuseher in dem Stadion, das 90 000 Leute fasst, kam erst später. Das Match war eigentlich nicht so toll, eher die Stimmung unter den Fans, das ist schon irgendwie mitreißend. Überhaupt wie dann Barcelona durch einen Elfer das 1:0 gegen Deportivo Quito geschossen hat. Leider hat Quito dann in der zweiten Hälfte (oder wann wars, ich kann mich nicht mehr erinnern…) den Ausgleich gemacht und somit ging es unentschieden aus. Schade, denn hätte Barcelona gewonnen, wären sie kurz vor Ende der Meisterschaft schon praktisch uneinholbar vorangelegen. Auch ohne Sieg durften wir bei der Rückfahrt Teil eines unvergleichlich südländischen und ausgelassenen Verkehrschaos sein. Morgen Sonntag ist das nächste Match und ich glaube fest, dass "wir" Meister werden.
Die Arbeitswoche war davon geprägt, dass wir für ein Monat 4 Praktikanten aus dem größten "Colegio" (höhere Schule) von Pedro Carbo haben. Die sind zwar im dortigen Computerzweig, die Schule hat aber angeblich nur 2 Computer für über 1000 Schüler. Wie gut die Informatik- und Maschinschreibkenntnisse der Praktikanten demnach sind, kann man sich vorstellen.
Freitagabend waren wir wieder einmal bei unserem Stamm-Kiosk "Florcita", nach seiner Besitzerin, die auf den klingenden Namen "Flor Maria Guevara" hört. Deswegen ist sie für uns unser "Che" (Che heißt nicht mehr als Kumpel oder Genosse oder sowas). Als der Nachbarskiosk um 11 Uhr zusperrte und unsere Florcita auch schön langsam begann, zusammenzuräumen, torkelte auf einmal mein Nachbar mit einem anderen zu uns herüber. Naja, dass er betrunken war, brauch ich jetzt nicht mehr erwähnen, trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, mit uns noch 2 Bier zu trinken. Wobei das Biertrinken hier ja ganz anders funktioniert als in Österreich. In Österreich hat jeder seine Flasche oder sein Krügerl. Hier in Ecuador bestellt man eine Flasche und teilt sie dann auf mehrere ziemlich kleine Plastikbecher auf. Manchmal gibt es auch nur einen Plastikbecher, aus dem trinken halt alle mal der Reihe nach. Wir haben dann mit ihm noch ein bisschen geredet, es hat sich herausgestellt, dass der andere Mann sein Bruder ist, der jetzt bei ihm arbeitet. Er ist nämlich "Vulcanizadora", von denen gibt es sehr viele in Ecuador. Und dafür gibt es auf Deutsch keine bessere Bezeichnung als "Rafnschuasta" oder Reifenschuster auf Hochdeutsch. Bei dem stehen immer die richtig großen LKWs und Busse Schlange, weil sie anscheinend aufgrund der schlechten Straßen oder der Schlechten Qualität der Reifen sehr oft Reifenpannen haben. Manchmal wuchtet er auch die Reifen, das macht er dann mit einem riesigen Vorschlaghammer, er haut einfach auf den Reifen, so dass ich davon aufwache, wenn er es in der Früh macht, aber anscheinend, funktioniert das. Naja zurück zu unserem Kiosk. Die Florcita will dann auch schon gehen und lässt den Rollladen runter. Mein "Vecino" (Nachbar) will aber nicht wahrhaben, dass der Abend schon vorbei ist und fragt mich, wo wir jetzt weitertrinken können. Ich sag ihm, dass ich eigentlich nicht will, weil ich schon 2 Bier getrunken habe und keines mehr mag. Aber leicht schräg gegenüber hat noch was offen und wir einigen uns halt, dass wir noch ein einziges Bier gemeinsam dort trinken gehen. Er freut sich und schwingt sich auf sein Motorrad, fährt mit dem Motorrad über die Straße, wir waren zu Fuß fast schneller, aber er hat dafür nicht gehen müssen. Dort war es dann eigentlich ganz lustig. Wir haben auch noch getanzt, am Gehsteig von Pedro Carbo, aber als er dann immer weiter Bier bestellt hat, haben wir die "Notbremse" gezogen und haben uns verabschiedet. Trotzdem, heute in der Früh um 9 (bisschen später als sonst) hat mein Nachbar gearbeitet. Was aber heute gefehlt hat, was er sonst jeden Samstag hat, war die Musik. Wie ich vom Mittagessen heimgekommen bin, hab ich auch erfahren warum: Der Vecino, sein Bruder und seine zwei Kinder, die immer ins CAAM zum Spielen und Hund-und-Katz-Ärgern kommen, haben mich freudig begrüßt und er redet ganz ungeniert vor seinen Kindern mit mir, wies mir geht, ob ich auch einen "Chuchaqui" (weiß nicht, wie mans schreibt, heißt Kater, das Wort kommt angeblich aus den Quichua, das die Inka glaub ich gesprochen haben) hab, weil er hat schon den ganzen Tag Kopf weh. Ach, wie müssen die Kinder doch stolz sein auf ihren Papa.
Na gut, mein Blogeintrag erreicht schon bald wieder die Länge meiner Deutschmatura, jetzt sollte ich aufhören.
Lasst mir den Schnee schön grüßen und wenn euch kalt ist, denkt daran, dass bei 30 Grad schwitzen auch nicht immer angenehm ist.
Samstag, 15. November 2008
Daunehaun
Jetzt aber möchte ich mich hier offiziell für ein Paket bedanken, das anscheinend direkt vom Bundesheer den Weg nach Pedro Carbo (eigentlich nach Guayaquil, bis Pedro Carbo müssen wir immer selber nachhelfen...) geschafft hat. Danke, Michi und Christian (oder soll ich "Rekruten Ernst und Sigl" schreiben? - nein, für mich seid ihr noch Menschen ;) )
Diese Woche verlief eher ruhig im CAAM, Donnerstag abends war aber plötzlich kein Wasser mehr im Tank. Unsere Wasserversorgung steht immer auf unsicheren Beinen, ich brauch ja auch nicht erwähnen, dass das Wasser zwar gut schmeckt (unabsichtlich einmal getrunken, nix passiert) aber absolut nicht für den Verzehr geeignet ist. Weil im Wassersystem von Pedro Carbo zu wenig Druck herrscht, bekommt das CAAM und ander Häuser nur während der Nacht Wasser, wenn die Wasserfirma (oder eigentlich ist das so eine Art Genossenschaft) ander Stadtteile abdrehen kann. In der Nacht soll sich dann unser Tank auffüllen, der unter dem Haus ist. Wenn wir Strom haben, was meistens der Fall ist, pumpt dann eine Pumpe das Wasser in unsere Leitungen und erzeugt so den nötigen Druck. Wenn aber kein Strom da ist, gibts auch kein fließendes Wasser. Erinnert mich an die USA, wo wir 4 Tage mit diesem Phänomen leben durften. Wenn aber zwei Tage kein Wasser kommt, wird der Tank langsam leer und wenn man das nicht rechtzeitig bemerkt und man nicht daheim ist, wenn die Pumpe plötzlich ins Leere pumpt und sich überhitzt, könnte dadurch leicht unser wunderschönes Holzhaus abbrennen. Na gut, jedenfalls bin ich dann in der Früh zu dem Chef der Wassergenossenschaft, der hauptberuflich eine Maismühle betreibt, gegangen und der hat mich nur gesehen und schon gewusst, dass ich, wie immer, wegen des Wassers oder eben wegen des Nichtvorhandenseins von Wasser komme.Er hat mich dann mit einem anderen mitgeschickt, der hat mir auf dem Weg die Eigenheiten des pedrocarbensischen Wassersystems erklärt und ich hab erfahren, wo ich nur mit einer Kombizange einen Teil von Pedro Carbo vom Wasser abschneiden könnte. Ohne Schloss oder Deckel davor. Das war gleich gegenüber vom CAAM und als wir schauen wollten, ob jetzt Wasser in unseren Tank kommt, haben wir bemerkt, dass vor dem Gartenzaun des CAAMs eine riesige Lacke steht, nahe des Wasserzählers. In der Mitte ist das Wasser richtig herausgesprudelt und wir haben mit bloßen Händen hinuntergraben könne, weil die Erde schon so weich war. Beim Wasserschlauch angekommen sahen wir, dass aus dem Verbindungsstück zwischen Hauptleitung und unserer Abzweigung Wasser raussprudelt und das wahrscheinlich der Grund für das Fehlen des Wassers war. Er hat das dann mit einem Gummiband oder so etwas ähnlichem abgedichtet, einigermaßen, so dass halt wieder Wasser kommt zu uns, aber sicher noch die Hälfte (zu unserem Glück vor dem Zähler) verloren geht. Er hat gemeint, er kennt wen, der das reparieren kann, wann er den denn schicken soll, fragt er mich dann, am Montag oder Dienstag? Ich sage darauf, es wär mir schon sehr recht, wenn der heute noch kommen könnte, schließlich gehen da täglich sicher hunderte Liter von Wasser verloren. Er meint, gut das wird er machen. Naja, bis jetzt war noch niemand da. Und solang wir ein bisschen Wasser bekommen, ist es eigentlich ihr Problem.
Uns geht es allen gut, meinen Tieren auch. Die Katze hat sich verletzt am Fuß, rennt aber schon wieder und ist der Alleinunterhalter für wartende Kunden der Caja. Gesund bleiben Hund und Katz durch Speckschwarten aus Österreich. Das ist am Abend immer wie eine kleine Zermonie. Ich esse Speck, die Katze miaut mich lautstark an, weil sie weiß, dass der gut ist und kratzt schon an meinen Beinen und der Hund sitzt daneben schaut mich an, legt den Kopf schief, setzt seinen "Dackelblick" auf und wedelt mit dem Schwanz. Und wenn ich der Katze seiner Meinung nach zu viel gebe, legt er sich auf den Boden und ist beleidigt. Die beiden wachsen einem echt ans Herz. Auch wenn Tiere nie einen Menschen ersetzen können, so sind sie doch auch lustige und interessante Weggefährten. Aber halt keine Menschen. Außerdem leisten sie auch wertvolle Dienste. Hund und Katz streiten sich fast um das sauer gewordene Jogurt oder der Hund schleckt Jogurtgläser aus, die Katze ist fast stecken geblieben in einem. Das war lustig. Und um das Speckschwartl, dass ich eh nicht essen kann, reißen sie sich auch.
Kurze Vorschau: Am Sonntag werden wir ein Fußballmatch in Guayaquil anschauen. 25 $ Eintritt für FC Barcelona gegen Weißichnicht. Auf jeden Fall ist Barcelona ein Club aus Guayaquil, der genauso heißt, wie der in Spanien, und das Wappen ist auch das selbe. Es gibt zwar eine Stadt hier, die Barcelona heißt, die ist aber nicht in Guayaquil (eh klar...). FC Barcelona ist hier ungefähr fünf mal wichtiger als für einen Rapid in Wien und in dem Spiel am Sonntag wird sich entscheiden, ob sie Meister werden. Mir ist es ehrlich gesagt egal, aber ich möchte mal ein Fußballmatch in Ecuador erleben. Ich war in Österreich noch nie im Stadion, hatte auch nie das Bedürfnis, aber ich hab auch nie viel Speck gegessen. Aber ja, das ist was anderes.
Leider hab ich diesmal nicht geschafft, die Fotos auf flickr zu laden, was eigentlich einfacher sein sollte als hier. Naja, wenn der Computer nicht will, will er halt nicht. Und die Beschreibungen sind durcheinander. Ich gebs auf. Suchraetsel: Welche Beschreibung gehoert zu welchem Bild? das foerdert das kreative Denken.
Bis zum naechsten Mal!
Ein Bild aus Cuenca, wo man sieht, wie bei einem Umzug die Buergermeister oder Vertreter der Gemeinde oder sowas als Empfang zwei gegrillte Meerschweinchen bekommen.
Eine "Reina" aus einem Stadtteil von Cuenca, Reina heisst Koenigin und das soll die Schoenheitskoenigin sein. Naja.
Eine "Reina" fehlte und David hat sich raufgesetzt...
Ein Haus...
Militaerparade. Mir hat nur der, der sich als Christbaum verkleidet hat, so gefallen. Schaut natuerlicher aus, als die Plastickbaeume, die man jetzt schon ueberall kaufen kann.
Ja, die chicas... von einer Militaerschule und mit zwei wollten wir ein Foto machen und dann wollten alle Fotos mit uns haben. Mich hats nicht gestoert, weil ich gerne fotografiere.
Eine Pflanze, die ich auf einer Finca fotografiert habe
Die Sau in Estacada
Trockenzeit
Besprechung mit PPD
Noch aus Cuenca. Flo vor einer Wand.
Sonntag, 9. November 2008
¿Qué cuenta el Klaus?
Letztes Wochenende waren wir in Cuenca, einer größeren Stadt in den Anden, wo am Montag ein großes Fest war, weil der 3.11. der Unabhängigkeitstag von Cuenca ist. Irgendwie haben die Städte hier alle unterschiedliche Unabhängigkeitstage, je nachdem, wann sie sich halt von den Spaniern befreit haben. Unabhängigkeitsfeier heißt immer: viele Paraden, Musik, Wahl der „Reina“ (Königin – in Cuenca hat jedes Stadtviertel seine Schönheitskönigin gewählt, unter denen dann die Reina von Cuenca gekrönt wird), und viel viel viel Militärparaden, Militärmusik, Militärschulen marschieren auch mit, Flieger fliegen drüber und machen so Kunststücke. Militär ist hier schon sehr präsent immer. Es hat auch mehr Ansehen und Rechte als in Österreich. Ob das gut ist? Es ist schon krank irgendwie, man sieht da die Panzer, Kanonen und bis an die Zähne bewaffnete Soldaten auf Autos vorbeifahren und irgendwie kommt es einem dann und man denkt sich: „He, was soll das eigentlich? Das sind lauter sauteure Geräte, die den einzigen Zweck haben, Menschen zu töten.“ Ja klar, wozu sonst gibt es Waffen. Aber ist das normal? Ich meine, macht sich da noch irgendwer Gedanken darüber, oder akzeptiert man, dass ganze Industriesektoren vom Morden leben? Akzeptiert man Kriege und Gewalt auf der Welt, wie man es seit frühester Kindheit im Fernsehen gesehen hat? Wenn ich daran denke, was ich als kleines Kind in den Nachrichten gesehen habe, fallen mir eigentlich immer fast nur die Balkankriege ein. Welche genau das waren, weiß ich nicht mehr, aber man bekommt halt schon als Kind mit, dass Gewalt und Mord in dieser Welt einfach normal sind.
Wieder bin ich einmal vom Thema weggekommen. Aber ich denke so viel nach in letzter Zeit und ich muss meine Gedanken irgendwie mitteilen.
Was erfreulicheres: Seit letzter Woche haben wir eine Kaffeemaschine im CAAM. Also keine Maschine, das ist so ein Ding, wo man unten Wasser einfüllt, dazwischen Kaffee und wenn man das dann auf den Herd stellt, kocht das Wasser unten und wird durch den Kaffee hinauf in den Behälter gedrückt. Und der Kaffee ist echt sehr gut. Nicht so wie der öde Nescafe, der nur nach Wasser schmeckt. Ich habe um 3 $ ein Packerl ecuadorianischen Kaffee gekauft…. Lecker, da kann sich die „röstfrischen“ in Österreich anhalten. Mit dem Kaffee fällt mir das Aufstehen in der Früh auch leichter und da ich mich mittlerweile an den vielen Reis gewöhnt hab, freu ich mich auch auf die Mittagessen. Abendessen fällt meist eher dürftig aus, bisschen Speck von daheim, Brot mit Butter (Butter ist aber meistens eine grauslich gesalzene Margarine, die sich auch ungekühlt halten würde – Konservierungsmittel, pfui!) oder einen Käsetoast, manchmal mit Zwiebel oder Paprika drinnen und viel Salsa de Tomate (Ketchup), das mir hier viel besser schmeckt als in Österreich.
So, wieder genug geschrieben, ich hoffe, im Laufe der Woche kommen noch Fotos.