Am Sonntag flogen wir von Peking nach Shanghai. Abflug war in Peking vom neuen Terminal 3, das uns gleich beim Betreten wegen seiner Groesse wirklich beeindruckte. Der Flug dauerte etwa 2 Stunden und da es ein Langstreckenflug war, der zuerst von Paris nach Peking geflogen war, gab es sogar ein Mittagessen an Bord. In Shanghai angekommen bahnten wir uns den Weg ueber den naechsten Riesenflughafen, fanden unser Gepaeck Gott sei Dank schneller als in Moskau und kauften uns relativ teure (ca 5,50 Euro) Tickets fuer die Magnetschwebebahn ins Zentrum. Die Bahn ist die einzig kommerziell betriebene ihrer Art auf der ganzen Welt und bringt ihre Fahrgaeste je nach Tageszeit mit bis zu 430 km/h in ca 5 Minuten ueber ca 25 km ins Zentrum. Als wir fuhren erreichten wir "nur" 300 km/h, in 7 Minuten waren wir trotzdem in der Stadt angelangt und - welch Ironie - wir mussten mit genau der U-Bahn-Linie weiterfahren, mit der wir auch schon vom Flughafen wegfahren haetten koennen. Egal, das Geld wars uns wert, mit 300 km/h im Zug an den Autos auf der Autobahn einfach vorbeizuziehen. Und Shanghai selbst hat sich Sonntag und Montag als noch schwueler und schweisstreibender erwiesen als Peking. Heute war es etwas angenehmer und wirklich sonnig haben wir es hier noch nie gehabt, es ist staendig entweder bewoelkt oder fast nebelig. Gestern spazierten wir durch die Innenstadt, ueber den "People's Square" (Platz des Volkes), der natuerlich in keiner sozialistischen Stadt fehlen darf, hin zum "Bund", die Uferpromenade am Fluss, von wo aus man die Skyline des modernsten Viertels gegenueber des Flusses sieht. Und zurueck dann durch eine belebte Einkaufsstrasse wieder zur U-Bahn und heim. Heute ging es zuerst zu einem echten buddhistischen Tempel, der auch wirklich noch als solcher genutzt wird. Das war sehr interessant, einmal die Ausuebung dieser Religion auch aus der Naehe zu sehen und generell war der Tempel, bis auf einige Reisegruppen, die auch dort waren, so etwas wie eine Oase der Ruhe im hektischen Shanghai. Danach fuhren wir noch in den Sueden der Stadt, wo es eine alte Vorstadt von Shanghai gibt, die noch ziemlich original erhalten sein soll. Dort angekommen waren wir aber leider fast etwas enttaeuscht, da es wieder sehr ueberfuellt war und die alten Haeuser in den engen Gassen groesstenteils als Geschaefte, die entweder billigen Ramsch oder fuer uns eher dubios aussehendes Essen verkauften, genutzt werden. Naja - gesehen haben wir es auch.
Shanghai ist eine ganz eigene Stadt: Neben Hochhaeusern stehen einstuerzende alte Haeuser, die offensichtlich noch bewohnt werden, in manchen Gassen stinkt es nach Kanal und allem moeglichen, zwei Strassen weiter ist alles neu und das Bild wuerde genau so gut in eine amerikanische Stadt passen. Angeblich waren ja in den 90er Jahren ein Viertel aller Baukraehne der Welt in Shanghai im Einsatz. Und auch jetzt noch wird hier viel gebaut. Eigentlich ist es ja faszinierend mitanzusehen, welchen Boom dieses Land und vor allem Shanghai erlebt, aber doch sieht man auch immer wieder hinter die Fassade des aufstrebenden Wirtschaftsimperiums China.
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