Montag, 13. April 2009

Felices Pascuas

Frohe Ostern – auch wenn Ostern erwartungsgemäß nicht so war wie gewohnt. Schon letzte Woche kam der Vorschlag von David, gemeinsam mit seiner Freundin Ivana und anderen nach Quito zu fahren, wo es so eine Art Ostertreffen des „Movimiento de la palabra de Dios“ gibt. Gut, das hat mir wenig gesagt, also fuhren wir hin. Dieses „Movimiento de la palabra de Dios“ stellte sich als religiöse Gruppierung heraus, die vor allem aus Reichen bestand und die sich regelmäßig zum Beten, Singen und so weiter treffen. Diese Bewegung ging ursprünglich von Argentinien aus, recht viel mehr weiß ich gar nicht darüber, also konnte ich dieses Ostertreffen ganz ohne Vorurteile kennenlernen. Schon bei der Ankunft stellte sich heraus, dass die Teilnehmer alle total freundlich und offen waren. Unter den über hundert Teilnehmern waren auch einige Jugendliche, alle sehr fromm und manche auch ziemlich konservativ, aber immer sehr nett. Schon bei der Begrüßungsveranstaltung wurde betont, dass fünf Teilnehmer eine lange Reise auf sich genommen hatten um dabei zu sein, nämlich die fünf aus Pedro Carbo, aber zwei davon sind noch von viel weiter hergekommen, das waren dann der David und ich, die Austriacos. In der Mittagspause haben wir einen Gleichaltrigen kennengelernt, der fast perfekt Deutsch konnte, weil er in einer deutschen Schule war und auch sechs Wochen in Deutschland war. Wer sich so etwas in Ecuador leisten kann, ist klar; das sind die sogenannten Pelucones (umgangssprachlich für Reiche). Davon zeugten auch die verschiedensten teuren Autos vor der Schule, in der das Treffen stattfand. Wer sich in Ecuador einen 7er-BMW oder einen fetten Ford-SUV leisten kann, den kann man schon zur Oberschicht zählen. Wie diese Leute alle zu ihrem Geld gekommen sind – ich weiß es nicht, aber manche werden schon auch genug Dreck am Stecken haben. Obwohl uns viele der Pelucones fragten, wo wir übernachten werden, verbrachten wir die Nacht im Haus eines Cousins von Mariana, die mit uns von Pedro Carbo hergekommen war, und dessen Haus lag fast am anderen Ende von Quito. Quito hat eine Nord-Süd Ausdehnung von ungefähr 50 km, auch nur die Hälfte der Strecke im Stadtverkehr zu durchqueren kostet oft Stunden. Am Freitagnachmittag stieß auch Jakob zu uns, der davor zwei Monate in Kolumbien gewesen war. Da natürlich nicht alle sechs Personen und der Fahrer in die Fahrerkabine der Camioneta passten, nahmen Jakob und ich gemeinsam mit Koffern und Rucksäcken auf der Ladefläche Platz. Wir lehnten uns an die „Ladeklappe“ an bis uns der Fahrer an einem Ampelstopp sagte, dass diese Klappe nicht gut hält und deshalb lehnten wir uns an die Seitenwände. Wenige Minuten später ging die Ladeklappe bei voller Fahrt ohne Anlehnen plötzlich unvermutet auf. Glück gehabt. Im beginnenden Regen fuhren wir trotzdem noch eine halbe Stunde weiter durch das nächtlich kalte Quito bis zum Haus. Am Samstag brachte uns der Cousin von Mariana auch wieder zu der Schule und am Abend wurden wir von einer anderen Teilnehmerin zum Busterminal gebracht, von wo wir über die Nacht auf Sonntag nach Guayaquil und dann nach Pedro Carbo zurückkehrten. Die ganze Reise hat mich inklusive aller Fahrten nur 25 Dollar gekostet.
Was war sonst noch so los in der vergangenen Woche... Am Montag feierten Herberth und Manuel Geburtstag, wurden am selben Tag, aber mit 39 Jahren dazwischen geboren. Zu diesem Anlass kochten die koreanischen Schwestern, die in Zukunft das CRESEM (INESEM heißt es jetzt) und die Clinica betreuen werden, koreanisch. Das war ziemlich sehr gut, das Essen. Wirklich.
Am Samstag, als wir nicht mehr in Pedro Carbo waren, ist Niklas abgereist. Auch wenn er nur ein bisschen mehr als zwei Wochen da war, werde ich ihn vermissen. Aber auf ein Wiedersehen in Breitenwaida oder Landshut darf man sich auch schon freuen.
Simon ist mit seiner Mutter und seinem Stiefvater jetzt auf Urlaub und somit fehlt ein Zivi im CAAM.
Wie manche schon wissen, betreibt auch David, Zivikollege im INESEM, einen Blog. Wer also mehr vom Leben in Pedro Carbo, seiner Kolumbienreise oder aktuelle Neuigkeiten aus dem INESEM wissen will, besuche die Seite www.davidfaraway.wordpress.com wenn ich die Adresse jetzt hoffentlich richtig in Erinnerung habe. Übrigens würde mich wieder einmal interessieren, wer so aller meinen Blog liest, vielleicht überwindet sich der oder die eine oder andere, ein Kommentar zu schreiben. Mich würds freuen! ;-)
Und ich bitte um Entschuldigung für Verzögerungen in der Beantwortung meiner E-Mails, ich habe ein kleines Problem mit dem Internet-Computer und kann Mails nur sehr umständlich schicken. Also wenn ich nicht gleich antworte, heißt das nicht, dass ich euch nicht mehr mag, sondern, dass es meine Internet-Zeit im Moment kaum zulässt.
HASTA LA PRÓXIMA!

7 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Klaus!
Vorerst mal: Frohe Ostern

Ist wieder mal eine nette Reisedokumentation von dir. Die Adresse von David ist richtig- habs schon probiert- naja in deinem Alter sollte das Gedächtnis auch noch funktionieren.
LG, AOD

Anonym hat gesagt…

hóla klausi
auch von mir frohe ostern.ich les den blog eigentlich auch ziemlich regelmäßig.
glg georg

Anonym hat gesagt…

hi!die ganze fam. liest deine einträge-eh klar.melde mich per email (heute noch)bbb goli

Anonym hat gesagt…

eh klar, dass wir regelmäßig deinen blog lesen, den wir immer mit Sehnsucht erwarten, auch wenns bei deinen Abendteuer immer ziemlich cool zugeht, sodass man noch beim Lesen eine Gänsehaut kriegt, aber wir hoffen, es geht immer gut aus. Frohe Ostern und alles Gute weiterhin.wwwomer

Anonym hat gesagt…

Hallo Klaus,
klar lese ich deinen Blog, ich war schon immer neugierig ;-)
Mittlerweile bin auch ich schon fiebrig auf der Suche nach einer Trägerorganisation, die interessantesten bzw passendsten Stellen für mich scheint es auch in Frastanz zu geben - ich steh nur irgendwie völlig daneben wie ich vorzugehen habe... Das ist jetzt vielleicht ein Bisschen viel verlangt, aber wenn du Zeit finden solltest, wäre ich über eine eMail sehr dankbar: fabian.(mein nachname, mit stummem h ;-)(ät)yahoo(dot)de
Liebe Grüße aus der Heimat =)
Fabian (@Singwoche, falls du mehrere kennst...)

Anonym hat gesagt…

Lieber Klaus!

Auch wir (Fam.Pelzl) gehören zu den eifrigen Lesern deines blogs. Durch die Umstrukturierung im Cresem wird ja nun mit den Zivis ganz schön rauh umgegangen. Das CAAM scheint etwas weniger betroffen zu sein.
Weiterhin noch schönen Aufenthalt und Grüße an Alle
Marianne Pelzl

Stefan Üblinger hat gesagt…

Hallo Klaus, ich hab dich auch lieb und lese deinen Blog ;) weiter so, vielleicht motivier ich mich auch mal wieder, nach aktuellem Stand auf meiner Homepage bin ich ja schon seit 3 Monaten in Österreich :D

Bueno, pues chao y hasta luego

PS: Saludos a Hier y Lunes