Sonntag, 10. Mai 2009

Warum wird das Klo kaputt, wenn man Durchfall hat?

Mein WC war mir bis jetzt immer treu, nie machte es Probleme, doch am Freitag merkte ich, wie die Wasserpumpe im CAAM ständig am Laufen war und merkte bei meinen Nachforschungen, dass der Deckel, der sich beim Betätigen der Spülung öffnet und den Wasserschwall ermöglicht, nicht mehr dicht ist und die Verbindung zum Hebel auch gerissen ist. Na gut, wenn man den Deckel zudrückt und gleichzeitig Wasser in den Spülkasten lässt, funktioniert es. Leider brauche ich aber seit Samstagmorgen mehr Spülwasser als sonst, da mich ein ziemlich böser Durchfall nach dem Essen anlässlich Davids Geburtstags bei seinen „Schwiegereltern“ erwischt hat. Warum diese beiden unglücklichen Umstände zur selben Zeit eintreten müssen, verstehe ich nicht.
Am Mittwoch fuhr ich nach Guayaquil, dienstlich natürlich, und musste unter anderem aufs MIC (Ministerio de Inclusion y Competitividad), weil das CAAM bei diesem Ministerium als „Verein“ eingetragen ist und wir die Mitgliederliste aktualisieren lassen, da es Mitglieder gibt, die nicht mehr teilnehmen und andere, die teilnehmen aber keine eingetragenen Mitglieder sind. Um diesen „Tramite“ (mir fällt kein deutsches Wort dafür ein, das ist zB wenn man ein Pass will, braucht man bestimmte Dokumente von bestimmten Ämtern, das dauert alles vielleicht auch ein bisschen länger und das ganze Herumgelaufe und Herumgestemple heißt Tramite) zu vollziehen muss man einen dicken Packen Dokumente im Ministerium abgeben und wenn ein Beamter die Dokumente entgegen nimmt und für ausreichend befindet, gibt er sie an seinen Kollegen weiter. Das heißt aber nicht, dass der der selben Meinung sein muss. So geschah es auch mir, als ich am Mittwoch nach dem Tramite fragte, der seit vorigen Freitag in Gang war und der Beamte sagte mir, was noch alles fehlte. Somit hatte ich am Freitag wieder einen Grund für eine kleine Dienstreise in diese Stadt. Manchen ist hier vielleicht aufgefallen, dass ich von einem Ministerium schreibe, dass sich in Guayaquil befindet und dass Guayaquil nicht die Haupstadt von Ecuador ist. Es gibt nämlich in dieser Stadt, das sogenannte „Gobierno Litoral“ das könnte man als Filiale der Regierung und der Ministerien betrachten. Die Costa (Küste) und ganz besonders Guayaquil bilden ja den politischen wie auch kulturellen Gegenpol zur Sierra (Gebirge) und Quito. Deswegen versuchte man, mit dem „Gobierno Litoral“ der Wirtschaftsmetropole von Ecuador ein bisschen entgegenzukommen. Guayaquil hat ungefähr 2,5 Millionen Einwohner, die in Slums, Häusern oder Luxusvillen leben. Es gibt die „Bastión Popular“, wo man als Ausländer nicht hineingehen sollte und es gibt unzählige abgesperrte Wohnviertel, wo man nicht hineingehen darf. Wer es sich irgendwie leisten kann, zieht in eines dieser Reihenhausgefängnisse. Diese Stadt zeigt einem, was falsch läuft, wenn du aus dem Bus einen nagelneuen 7er-BMW siehst und daneben ein Kind, das dem Fahrer Kaugummi verkaufen will. Sicher, die Stadt ist das Wirtschaftszentrum und der Lebensstandard ist auf den ersten Blick im Allgemeinen höher als am Land. Sieht man aber genauer hin, fällt einem die extreme Umweltverschmutzung oder die Ungerechtigkeit auf. Neben den Straßen türmt sich der Müll, Kanäle stinken bestialisch und wenn man in der Früh frisch geduscht nach Guayaquil fährt, und man am Abend verschwitzt zurückkommt und sich den Schweiß von der Stirn wischt, ist das Taschentuch schwarz vom Russ. Hier gibt es keine Diskussionen über Feinstaub und Partikelfilter, tausende Busse, LKWs und noch viel mehr PKWs blasen täglich ihre ungefilterten Abgase in die Lungen der Guayaquileños. Ja, diese Stadt hat ihr ganz eigenes Flair.
Am Mittwoch holte Manuel unser Motorrad aus Guayaquil ab; eine chinesische Maschine, 200ccm, 1500$ Kaufpreis neu. Schönes Gerät, am ersten Tag war gleich der Elektrostarter kaputt, Manuel konnte den aber reparieren. Wir werden sehen, wie es weiter geht und vielleicht lerne ich ja auch noch das Motorradfahren. Interessant wäre es auf jeden Fall. Am Freitag musste ich wieder nach Guayaquil, wie schon erwähnt ins Ministerium die ausgebesserten Dokumente abgeben. Davor allerdings war ich mit dem Darwin, der für das CAAM in Estacada im Botanischen Garten arbeitet, beim SRI (Finanzamt), um ihn zu registrieren. Er ist nämlich kein Angestellter, sonder arbeitet wie man in Österreich sagen würde als freier Dienstnehmer, das heißt er sollte uns Rechnungen stellen können und auch selbst Steuer zahlen. Seit einiger Zeit gibt es in Ecuador ein pauschaliertes Steuersystem für Klein- und Kleinstunternehmen, das statt der Umsatzsteuer fixe Quoten vorsieht. Auch das CAAM spart sich dadurch einiges an Steuern, somit zahlen wir für ihn seine Steuern und bekommen dadurch seine Arbeitskraft insgesamt billiger bei gleicher Bezahlung in Bar. Der Darwin ist ein bisschen schüchtern, so um die 30 Jahre alt, aber ein total lustiger und netter Kerl, wenn er unter Leuten ist, die er kennt. Am Finanzamt war er ein bisschen nervös und schüchtern und hat mit dem Beamten sich fast nicht reden getraut, zum Glück war ja auch ich dabei, der Beamte hat ihn nämlich im falschen System registriert und auch die Adresse falsch geschrieben und dem Darwin gesagt, er soll da und dort unterschreiben und der unterschreibt einfach, während ich mir das ansehe und im letzten Moment noch die beiden auf die Fehler aufmerksam mache. Trotzdem, so einfach kann man in Österreich sein Unternehmen nicht anmelden, wie es hier geht. Man geht einfach zum Finanzamt, weist sich aus, sagt, in welcher Branche man tätig ist und innerhalb einer Stunde hat man seine Steuernummer und die Autorisation vom Finanzamt, seine Geschäfte offiziell betreiben zu dürfen. Da könnten sich die Österreicher noch was abschauen. Darwin war dann auch ein bisschen verängstigt danach, hatte Angst, dass er und seine Frau die Sozialhilfen von 30$ pro Monat verlieren könnten, weil er jetzt offizielle Einkünfte hat und wollte das alles wieder rückgängig machen. Ich habe ihn aber irgendwie überredet, dass er es jetzt einmal probiert, wie das ist, legal zu arbeiten und wir ihn danach immer noch abmelden können. Danach gab ich ihm noch das Geld für die Heimfahrt, weil er in seiner eigenen Landwirtschaft noch weiterarbeiten musste. Bei der Fahrt nach Guayaquil hatte unser Bus schon einen kleinen Unfall verursacht. Wenn man nach Guayaquil hineinfährt, fährt man über eine 8- oder 10-spurige Straße, immer 2 Fahrbahnen in eine Richtung, die durch eine etwa 20cm hohe kleine Betonmauer getrennt sind. Auf den zwei rechten Fahrstreifen fahren immer die vielen Busse, die überall Leute ein- und aussteigen lassen, so auch unser Bus, er blieb hinter einem anderen Bus stehen und ließ jemanden aussteigen, danach wollte er auf den zweiten Fahrstreifen der Fahrbahn fahren und am vorderen Bus vorbeifahren. Ich saß auf der linken Seite und als unser Bus den Fahrstreifen wechselte, hupte hinter uns jemand, ich schaute zurück (eigentlich hupt immer irgendwer, aber der hat besonders lange gehupt) und es kam mit voller Geschwindigkeit ein andere Bus, der nicht mehr bremsen konnte, aber den Bus verriss, auf die kleine Betonmauer und mit den linken Reifen über die Mauer, sodass er praktisch in der Mitte aufsaß, weder das noch das daraus resultierende Geräusch, konnte einen der Busfahrer aufhalten, es ging Vollgas weiter. Als das kleine Mäuerchen dann aus war, überholte uns der abgedrängte Bus, reihte sich davor ein und bremste. Darauf folgte ein kurzes Wortgefecht der Fahrer, die Passagiere in unserem Bus schrieen aber nur, dass er weiterfahren solle und somit drückte der Fahrer das Gaspedal wie gewohnt bis auf den Boden durch und der andere Bus verschwand in der Dieselrusswolke, die wir hinterließen.
Danke für die vielen Kommentare, freut mich, wenn meine Einträge ein Echo haben ;-)
als Antwort auf die Kommentare: Der Hahn lebt noch und ich hab mir mein Auge nicht ausgewaschen, das Auswaschen tut ja meistens mehr weh als der Deospray im Auge...

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

na hoffentlich wird der durchfall wieder. aber du und motorradfahren, das passt nicht zusammen:)
glg georg

christian hat gesagt…

also wenn du dort motorrad fahren lernst und dann no den führerschein machst, dann versprech i da, dann mach i ihn a, da könn ma dann mim michi a paar leiwande ausfahrten machen :)

glg.ch

maria hat gesagt…

Haha ... und wenn ich ihn auch mach, dann bin ich ein bikergirl und wir können eine gang gründen. sicher sehr cool :D

Anonym hat gesagt…

Recht hast, Maria, lass dich nicht von den Machos unterdrücken, überholen,.....
auch eine Maria

Anonym hat gesagt…

ich würd tramite mit amtswege übersetzen.