Mein Hund im Teich in Estacada
Viel gibt es nicht zu erzählen seit Donnerstag. Das wichtigste ist, dass die neue Zivi-Küche jetzt fertig ist, die letzten Möbel haben wir am Samstag mit Hilfe der Camioneta des FEPPs vom INESEM ins CAAM gebracht. Wir haben dann die Regale in die Wände geschraubt, was gar nicht so leicht ist, weil wir einmal direkt einen Eisenträger im Stahlbetongefüge erwischt haben und ein Regal in eine Wand geschraubt haben, die innen hohl zu sein schien. Trotzdem haben wir fast alles geschafft und die neue Zivi-Küche kann man nun endlich als solche bezeichnen. Am Abend gab es dann eine Spinatlasagne, wirklich sehr gut, kann ich nur empfehlen. Am Freitag hatte Jubian seinen 30. Geburtstag, aus diesem Anlass lud Yadira alle seine und ihre Kollegen und Freunde hier in Pedro Carbo zu sich nach Hause zu einer kleinen Überraschungsparty. Wie es so üblich ist, hielt auch das Geburtstagskind eine kleine Ansprache und Jubian, der eigentlich aus Manabi ist und hier in Pedro Carbo viel Zeit durch seine Arbeit verbringt, bedankte sich bei seiner „Familie in Guayas“, die für ihn wir Österreicher und seine Kollegen darstellen. Seit zwei Wochen besucht uns Simons Vater, der auch auf der Party war und fast jeden Tag im CAAM war. In seiner Ansprache meinte Jubian, dass er froh ist, dass er uns alle hat und dass es so toll ist, weil auch wenn zum Beispiel der Vater vom Simon ihn nicht versteht und er ihn auch nicht, so lacht er trotzdem immer. Und dieser eine Satz ist mir irgendwie hängen geblieben, irgendwie ist mir wieder bewusst geworden, dass das Lachen in jeder Kultur gleich ist, sei es in Amerika, Europa, Afrika, Asien oder sonstwo. Und gerade für die Ecuadorianer ist Lachen so wichtig, Lachen, das ist das, was dir keiner wegnehmen kann, Lachen, das versteht jeder, Lachen ist schön. Wenn man als Europäer nach Ecuador kommt, meint man zuerst, die Leute seien kindisch und lachen über Sachen, die nicht lustig sind. Danach kommt man drauf, dass die Leute sich einfach über einfachere Sachen auch freuen können und zum Lachen nicht ins Kabarett (oder in den Keller – Lukas) gehen müssen. Man macht einfach mit und freut sich, alle zum Lachen zu bringen oder lacht nur mit, das ist einfach lustig. Ich glaube, dass man in Europa oft zu erwachsen ist, man sollte kindisch bleiben bis ins hohe Alter, das ermöglicht, sich auch an den kleinen Freuden zu erfreuen und ich finde, so wie ich Europa in Erinnerung habe, fehlt das schon sehr.
In Guayaquil habe ich mir eine 60ml-Flasche Tabasco-Sauce um $ 2,50 gekauft. Wie schon einmal erwähnt, kauft die Herstellerfirma dieser zugegebenermaßen sehr guten Sauce auch beim CAAM ihren Ají (Chili) ein und zahlt pro Kilo Ají etwa 72 Cent. Angenommen die 60 ml haben auch 60 Gramm, ergibt der Endverkaufspreis einen Preis von $ 41,67 pro Kilo, die Sauce beinhaltet allerdings neben Ají auch noch Salz und Essig, die genauen Verhältnisse weiß ich nicht, gehe man aber davon aus, dass die Sauce zu 100 % aus Ají bestünde, so könnte man sagen, dass vom Endverkaufspreis etwa 1,6 % an den Rohstoffproduzenten gehen, weniger eigentlich, da diesen Preis das CAAM bekommt und den Bauern nur etwas weniger zahlen kann, da es die vom Käufer geforderte Verarbeitung des Ajís (mit Salz vermischen und zerkleinern) auch noch finanzieren muss. Bedenkt man auch den Anteil anderer Zusatzstoffe und den geringeren Preis den der Bauer erhält, bleiben vom Endverkaufspreis wahrscheinlich weniger als 1 % für den Rohstofferzeuger. Que viva el capitalismo!
1 Kommentar:
Wir würden uns freuen, wenn wir die neue Zivi-Küche in einem Monat in Anspruch nehmen dürfen ...
Lg P&M&L&G
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