Mit letztem Freitag hat in Pedro Carbo und Umgebung die Regenzeit begonnen. Das heißt, bis heute, jeden Tag gegen Abend viel oder sehr viel Regen, dazu vereinzelt Blitz und Donner. Nach unseren Aufzeichnungen hat es bis heute, Samstag, in acht Regennächten an die 200 mm geregnet, oft regnet es in so kurzer Zeit so stark, wie man es in Österreich nur aus den heftigsten Unwettern kennt. Logisch, dass auch mancherorts Überschwemmungen und Schäden anrichten und vor allem am Land die nicht asfaltierten Straßen oft lange Zeit nicht passierbar sind oder zumindest nicht motorisiert passierbar. Was das eigentliche Problem an dem Regen ist, was ich jetzt nach einer Woche regen schön langsam selbst und nicht nur als Erzählungen erfahre, ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Selbst merke ich noch nicht viel davon, aber ich merke sehr wohl, dass das Badetuch länger zum Trocknen braucht, Wasserflecken am Boden langsamer trocknen und die Streichhölzer nicht mehr gut funktionieren. Alles, was nicht gut durchlüftet ist, wird glaube ich in den nächsten Monaten verschimmeln. Die „normalen“ Häuser in Pedro Carbo haben ja Blechdächer ohne irgendwas dazu, also natürlich ohne Isolierung, ohne Zwischendecke, das heißt auch, es regnet praktisch überall ein. Da bin ich froh, dass das CAAM ganz altmodisch mit einem Strohdach gebaut ist. Das ist, vielleicht auch wegen der darunterliegenden Plastikplane, ziemlich dicht und ich kann im trockenen schlafen. Das mehr oder weniger schöne an der Regenzeit ist, dass die Natur erwacht, als hätte man eine Maschine aufgedreht, aus dem Schotter wächst Gras, Bäume werden wieder grün und die Maiskörner, die ich den Gänsen gegeben habe werden wegen der Verfügbarkeit von frischen Blättern von den Gänsen verschmäht, treiben aus und wachsen jeden Tag um einige Zentimeter. Wie wenn der Regen die Natur aus ihrem „Dornröschenschlaf“ geweckt hätte. Zur Natur gehören aber auch Tiere und Frösche und Kröten gehören zu den angenehmeren der Regenzeit. Die Grillos (Grillen, schauen aus wie Heuschrecken) kommen in tausenden, auch andere Insekten und Fliegen, aber die Grillos sind die lästigsten, setzen sich gerne auf Menschen, krabbeln ins Gewand, in Schuhe, überallhin. Im CAAM habe ich aber Gott sei Dank eher weniger Grillos, ich habe die Katze einfach nicht mehr gefüttert und jetzt frisst sie jede Nacht Grillos, manchmal auch Libellen und gestern hat sie angeblich einen Kolibri erlegt. Bin richtig stolz auf meinen Killer. Der Hund ist ein bisschen krank, hat einen Ausschlag auf der Unterseite vom Bauch, da waren wir gestern gleich beim Tierarzt, der sich noch an ihn erinnern kann. Für acht Dollar hat er ihn sich angeschaut und ihm zwei Spritzen gegeben. Simon und ich wollten den Hund am Tisch festhalten, er hat uns gekratzt und wollte weg, nachdem die Spritze verabreicht war, wollte er gleich vom Tisch weg, hat aber nicht ganz verstanden, dass neben dem Behandlungstisch gleich der Mistkübel steht, also springt er genau in den rein, kennt sich überhaupt nicht mehr aus, winselt was das Zeug hält und zappelt ganz hysterisch herum. Irgendwie ist er dann doch herausgekommen, ich habe mich beim Tierarzt für ihn entschuldigt und er hat uns dann sogar noch ein bisschen was vom Desinfektionsmittel geschenkt, nicht für den Hund sondern für unsere Hände und Arme.
Gestern abend dann fuhren wir mit Manuel im Auto vom Herbert nach Guayaquil, zuerst zum Einkaufen in die Mall del Sol, dort gibt es einen Supermarkt, der (sehr teuer) auch harten Käse verkauft und auch sonst viele Sachen, die man in den normalen Märkten nicht findet. Sehr teuer, aber hat sich ausgezahlt. Danach haben wir uns noch im Kino einen Film auf Englisch angeschaut (zum Glück mit spanischen Untertiteln) und danach machten wir uns auf zum Flughafen, der eigentliche Grund, warum wir nach Guayaquil mussten. Es kam nämlich ein neuer Zivi, Flo II (II deswegen, weil er der Nachfolger von Flo I ist), an. Er hatte sein Gepäck bekommen, was nicht selbstverständlich ist. So gegen zwei oder halb drei kamen wir in Pedro Carbo an. Flo II wird nicht mehr im CRESEM wohnen, da es ab August keine Zivis mehr fürs CRESEM geben wird und das CRESEM die Zivi-Zimmer angeblich für andere Leute braucht, müssen bis Ende Februar alle Zivis raus. Für Flo I und Jakob ist das weniger ein Problem, weil mit Ende Februar auch ihr Zivildienst endet, für mich auch nicht, weil ich im CAAM das, meiner Meinung nach, schönste Zimmer von allen habe, aber eben Simon, David und Flo II müssen irgendwo unterkommen. Simon bekommt ein Zimmer bei Manuels Schwiegereltern und David und Flo II bekommen in einem anderen Haus jeweils ein Zimmer. Eigentlich nicht so ein großes Problem, bis auf die höheren Mietskosten, die aber angeblich durch höhere Förderungen vom Ministerium oder von Frastanz aus gedeckt werden, und das Problem, dass mit dem CRESEM und der Zivi-Küche auch der Gemeinschaftsraum, der uns allen immer sehr wichtig war, wegfällt. Ein anderes Problem ist wiederum auch, dass die Zivis in den letzten Jahren auch in die Küche investiert haben, so bleibt jetzt die Frage, wer soll die selbstgemachten Möbel, die Filmsammlung oder das Geschirr bekommen. Naja, wir werdens schon hinbekommen.
Artikel über den Aufenthalt in Ecuador 2008-2009 und die Reise durch Russland, die Mongolei und China 2011
Samstag, 17. Januar 2009
Wintererwachen
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3 Kommentare:
ob sich der Tierarzt wirklich an den Hund, oder doch eher an dich erinnern konnte? Und die Gänse leben auch noch!Die AUA hat vor Weihnachten mit folgendem Plakat geworben: Retten Sie eine Weihnachtsgans, fliegen sie in den Urlaub. Deine Gänse sind gerettet, unsere AUA nicht.Was macht das versprochene Moped? Jetzt würdest eh damit im Schlamm versinken.Alles Gute und herzliche Grüße! www=wehr wohl wieder?Om
du könntest die grillos auch grillen(wie der name der grillos schon sagt) oder anbraten und selbst essen.das macht die mausi lugner im dschungelcamp bei rtl auch.die kriegt was zahlt dafür und hunderttausende leute schauen ihr zu.mahlzeit(hat viel proteine und macht nicht dick)bbbm
I schreib da nur, dass d a Freid host, dass a Antwort do ist.
Mum
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