Samstag, 22. August 2009

Kolumbien II - Graeber, Pferde, Busfahren und Karibik

Heute morgen war es soweit: Nach ungefaehr 30 Stunden Fahrt von San Agustin ueber Bogota kamen wir in Taganga, einem kleinen Fischerdorf an der Karibikkueste an. In 2 Tagen haben wir ungefaehr 2000 km auf der Strasse zurueckgelegt. Die Busse in Kolumbien kosten fast doppelt so viel wie in Ecuador, dafuer sind viele klimatisiert und die, die lange Strecken fahren haben tolle Sitze auf denen man wie in der Businessclass im Flugzeug schafen kann. Davor waren wir in San Agustin und in Tierradentro, eigentlich in San Andres. Also von Popayan (letzter Eintrag) weg sind wir nach Tierradentro gefahren, eine archaeologische Sehenswuerdigkeit, dort haben noch vor Kolumbos die einheimischen Voelker Steingraeber tief in die Erde gebaut. Die Fahrt dorthin war abenteuerlich, in einem alten, kaputten Bus ueber kaputte und gefaehrliche Bergstrassen, durch Baeche und ueber Geroell. Trotzdem hat sich die Reise ausgezahlt, wir wurden in dem kleinen Dorf herzlich empfangen, von Leonardo, der, von Figur und Aussehen eher an Don Quijotes Sancho Panza erinnernd, unser Hausherr war und uns in seinen neu gebauten Gaestezimmern billig uebernachten liess. Nebenbei gehoerte ihm auch das beste Restaurant des Dorfes, in dem wir billig essen konnten. Am dritten Tag trieb er fuer uns vier Pferde zusammen und wir konnten zu einem mehr als nur billigen Preis zu den etwas abseits gelegeneren Graebern reiten. Jetzt werden sich vielleicht manche fragen: "Der Klaus auf einem Pferd, das kann nicht gut gehen." Ging es aber. Meine weisse Stute, trug mich sicheren Schrittes ueber Stock und Stein und nach den ersten hundert Metern hatte ich keine Angst mehr und vertraute meinem edlen Ross mein wertvolles Leben an. So schwer war es auch nicht, Maria und Kerstin waren hervorragende Reitlehrerinnen und es machte mir wirklich Spass. Aber Hut ab vor den Pferden, wo die einfach so raufhoppeln, da haette ich als Wanderer schon fast Angst bekommen, und ich haette einem Pferd nie zugetraut, diesen Weg einfach so zu gehen, bis ich es selbst erlebt habe.
Von San Andres aus fuhren wir am naechsten Tag ueber umstaendliche Wege und mit oefterem Umsteigen von einem "Sammeltaxi" (meistens Camionetas, also Pick-ups auf "Deutsch") ins naechste nach San Agustin. San Agustin ist fuer die Steinskulpturen von praekolumbischen Kulturen bekannt. Dort gibt es auch schon mehr Tourismus und irgendwie verlieren auch die schoensten Attraktionen an Reiz, wenn sie von geldgierigen, nervenden und scheinfreundlichen Tour- und Hotelanbietern bevoelkert werden. Leider verkommt San Agustin meiner Meinung nach zu so etwas, wir machten zum Beispiel eine Tour in einem Jeep zu den wichtigsten Staetten rund um San Agustin, Kosten 140.000 Pesos (ca 46 Euro), laut unserem Chauffeur verdient er, wenn er uns den ganzen tag chauffiert 15.000 Pesos (ca 5 Euro), fuer den Besitzer des Autos, der nicht er ist gehen 35.000 (ca 11,50 Euro) + 50.000 (ca 17 Euro) fuer Benzin drauf und fuer den Vermittler 40.000 (ca 13 Euro). Also die zwei, die am wenigsten leisten, kassieren mehr als die Haelfte. So funktioniert Wirtschaft nun mal.
Noch in der Nacht des selben Tages fuhren wir nach Bogota, ca 10 Stunden von San Agustin aus, kamen um fuenf Uhr frueh in Bogota an und fuhren um sieben Uhr weiter Richtung Barranquilla, wo wir drei Uhr frueh des naechsten Tages ankamen und eine weitere Stunde nach Santa Marta fuhren und von dort aus 20 Minuten im Taxi nach Taranga, wo wir im Moment gerade sitzen und die ersten Duschen seit mehreren Tagen geniessen.
Liebe Gruesse

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ihr seid doch zu fünft unterwegs. Waren es nicht fünf Pferde, die Leonardo für euch bereitgestellt hat?
Erholt euch jetzt in der Karibik nach den Reisestrapazen!
LG P&M&G

Klaus hat gesagt…

nein, es waren 4, weil die christa nicht mitgeritten ist.