Montag, 8. Juni 2009

Kleiner Strandausflug mit dem Auto

Das vergangene Wochenende waren wir in Puerto Lopez, mit Waltraud und Andreas, zwei Tirolern und Großspender für die Projekte in Pedro Carbo. Waltraud ist die Apothekerin von Aldrans bei Innsbruck und Andreas ist auch Pharamzeut, er macht „Suplementierungen“, das heißt so eine Art Nahrungsergänzung, also Vitamine, Mineralstoffe und alles mögliche stellt er selbst her und verkauft es an Sportler, darunter auch einige österreichische Fußballvereine. Und die beiden wollten eben am Wochenende ans Meer fahren, so haben wir (Jakob, David, Barbara und ich) uns mit ihnen am Freitag Nachmittag auf den Weg gemacht. Weil die zwei dem Herberth aber verständlicherweise so wichtig sind, hat der Herberth uns ein Auto überlassen, dass wir die beiden hin und auch wieder heil zurückbringen. Ich war dann der Chauffeur, was mir aber eigentlich gefallen hat, der 30 Jahre alte Kleinbus vom Herberth hat mittlerweile 310.000 km drauf und besitzt einige Eigenheiten, trotzdem hat er uns nicht im Stich gelassen. Die Reise mit den beiden Gästen war einfach nur lustig, hätte mir nicht gedacht, dass ich mit denen, wo sie schon mindestens doppelt so alt sind wie ich, so viel Spaß haben kann. Am Sonntag sind wir dann noch die Küstenstraße bis Manta gefahren und dann über Montecristi zurück nach Pedro Carbo. In Montecristi werden die originalen „Panamahüte“, die ja bekanntlich nicht aus Panama sind, hergestellt, und so ein Hut ist natürlich für jeden Ecuador-Touristen ein Muss. Am Sonntagabend war ich dann richtig müde, 200 km Autofahren auf teilweise sehr kaputten Straßen sind schon anstrengend, überhaupt, weil ich das Fahren nicht mehr so gewohnt bin, wie ich es in Österreich war.
Mein Laptop scheint kaputt zu sein, dabei ist er nur durch einen blöden Fehler kaputt geworden, weil jemand das Boot-Password drei mal falsch eingegeben hat und jetzt nicht mal mehr das richtige Passwort funktioniert. Schon ärgerlich, aber es ist ja nur der Computer, wäre es meine Kamera oder wäre mir etwas passiert, wäre es natürlich noch schlimmer. An dem Abend, als das in der Zivi-Küche passierte, lag ich dann ganz verzweifelt auf der Couch, doch plötzlich bekam ich unerwartete Betreuung von meinen Tieren, die Katze hat sich zu meinem Kopf gekuschelt und der Hund will auf mich klettern und sich auch dazukuscheln, er hat aber so aus dem Mund gestunken, weil er wieder irgendwas grausliches aus dem Schlachthof geholt und gefressen, und weil der Mundgeruch so erbärmlich gestunken hat, habe ich gleich alle anderen Sorgen vergessen. Mein Kriseninterventionsteam hat sich in weiterer Folge aber mehr mit sich selbst als mit mir beschäftigt, direkt neben meinem Kopf haben die zwei begonnen, sich zu beißen, kratzen und anzuknurren, was sie als Spielen verstehen. Das ist echt sehenswert, wenn die zwei spielen, da laufen sie sich gegenseitig wie die Wilden nach, springen sich an, die Katze beißt den Hund in Nase, Ohren und sonst wo hin, der Hund hat gleichzeitig die halbe Katze im Maul, aber es hat sich noch keiner der beiden je dabei verletzt, weil nur die Katze richtig fest beißt und auch mit ihren Krallen nicht gerade zimperlich mit dem Hund umgeht. Manchmal fehlt aber auch dem Hund ein bisschen das Gspür und er steigt einfach in den Bauch der Katze, wenn sie sich vor ihm auf dem Boden wälzt.
Gut, also viel Neues gibt esja eh nicht, die neue Zivi-Küche im CAAM funktioniert sehr gut, vor allem unter der Leitung von Flos Schwester und Lisa, die schon seit fast drei Wochen jetzt da sind und fast jeden Abend kochen. Am Donnerstag haben wir ein kleines Feuer im Hof gemacht und ich, als „Chief Salad Officer“, gemeinsam mit dem „Barbecue Consultant“ Jakob und der „Master of Kitchen“, Schwester Barbara, haben wir doch ein bisschen etwas zusammengebracht, auch wenn einige Würstel und Maiskolben wegen der Schräglage des Rosts ins Feuer gerollt sind, da hat wohl der „Fire Construction Engineer“ (ich) etwas ein bisschen schlecht gebaut.
Es scheint, als begänne jetzt die große Besuchszeit in Pedro Carbo, Simons Vater ist noch da, am Donnerstag kamen zwei Ärzte aus Tirol, in zwei Wochen kommen bald Davids Eltern und Familie, in einem Monat kommt meine Familie und Maria, Ende Juli die Christa, Anfang August die Kerstin und so geht es dahin. Irgendwie wird mir immer mehr bewusst, dass ich mich vom Zivi-Leben schon schön langsam verabschieden muss, ich genieße die Zeit so gut es geht, auch wenn sie knapp ist und ich noch so viel erledigen will. Gerade in letzter Zeit arbeite ich an einer Access-Datenbank, die in Zukunft die gemeinschaftliche Vermarktung von Früchten erleichtern soll. Früher wurde jede Lieferung in Excel-Tabellen zusammengefasst, in die neue Datenbank gibt man einfach die Kosten, Erträge und Anteile der einzelnen Bauer ein und alles andere Errechnet die Datenbank und verpackt es in einen schönen Bericht, nach dem die Kleinsparkasse dann die entsprechenden Anteile auf die Sparbücher der Bauern überweist. Der neue Bericht legt auch alle Kosten und Erträge für das CAAM offen, somit kann auch der – zu Recht – kritische Bauer genau nachvollziehen, wie dieser Preis zustande kommt. Mit der Datenbank ist es auch viel leichter, statistische Daten über die Vermarktung zu erhalten, per Klick kann man sich ansehen, welcher Bauer in welcher Zeit wie viel Kilo von welcher Frucht über das CAAM verkauft hat.
Natürlich muss sich die Datenbank noch im praktischen Betrieb bewähren, sie ist auch noch nicht ganz fertig, aber mir macht es irgendwie Spaß.

4 Kommentare:

christian hat gesagt…

du scheinst ja richtig aufzugehn bei der arbeit mit da access-datenbank... also kann ma dieses programm doch auch zu was gebrauchen ;)

bitte sag mir, wer des potschal mitm boot-kennwort war^^

wo in puerto lopez warts denn? dreckiger strand oda gmiadlicher strand mit führerhauptquartier?^^

nagut dann no liebe grüße an de schwester, ans mädl mit de vielen trima im gsicht und an alle anderen :)

christian

christian hat gesagt…

ps. für eure grill-berufsbezeichnungen hat dir PTPU und des ganze zeug sicher weitergholfn ;)

christian

Anonym hat gesagt…

klingt recht lustig mitn hund und da katze, sonst warst du nie so;)
lg georg

Kerstin hat gesagt…

Freu mi schon!