Viele Leute fragen mich, warum ich meinen Zivildienst im Ausland leisten will. Einerseits ist ein wichtiger Grund, dass man im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit Menschen helfen kann, auch wenn die klassische Vorstellung von
Entwicklungszusammenarbeit in den Köpfen von uns Europäern völlig falsch ist. In diesem Zusammenhang will ich mir von meiner künftigen Beschäftigung nicht allzuviel erwarten sondern die Aufgaben einfach auf mich zukommen lassen und das bestmögliche daraus machen. Der wichtigste Grund für die meisten Auslandsdiener ist natürlich die persönliche Erfahrung, das Abenteuer, das Kennenlernen einer anderen Kultur, Kennenlernen von neuen Freunden sowie das Erlernen oder Perfektionieren einer Fremdsprache. Ich traue mich zu behaupten, dass jeder Auslandsdiener lügen würde, wenn er sagen würde, dass er diesen Dienst ausschließlich aus Selbstlosigkeit leistet.
Von der Möglichkeit des Auslandsdienstes erfuhr ich schon vor etwa 3 Jahren, als ein guter Freund und Chorkollege bereits als Zivildiener nach Ecuador ging. Selbiger hat mich auch für diesen Dienst "angeworben" und in mir das Interesse dafür geweckt, sowie mir auch immer wieder geholfen. Lang brauchte ich nicht zu überlegen, als ich erfuhr, dass ich im Sozialprojekt von Padre Herbert Leuthner in Pedro Carbo zur Mitarbeit eingeladen wurde. Seit diesem Zeitpunkt ist schon fast ein Jahr vergangen und ich stecke bereits jetzt, noch fast 5 Monate vor Beginn meiner Reise, schon mitten in den Vorbereitungen.
Die meisten Österreicher wissen nichts von der Möglichkeit des Auslandsdienstes für Zivildienstpflichtige, deswegen möchte ich dieses relativ komplizierte System kurz erklären: Prinzipiell ist man nur zivildienstpflichtig und offiziell kein Zivildiener, der 12-monatige Einsatz im Ausland wird nur als Ersatz für den ordentlichen 9-monatigen Zivildienst anerkannt. Jeder Auslandsdiener, der eine vom Ministerium anerkannte Stelle in einem Projekt
im Ausland innehat, hat auch in Österreich einen Rechtsträger, der für die Organisation und Vorbereitung (zB Seminare) zuständig ist. Die genauen Voraussetzungen für Auslandsdiener variieren je nach Rechtsträger. Mein Rechtsträger ist zum Beispiel die Pfarre Frastanz in Vorarlberg, welche jedes Jahr 2 (verpflichtende) Vorbereitungsseminare veranstaltet und die Förderungen vom Innenministerium erhält, mit denen sie neben den Erträgen
aus Spenden die Aufwände der Auslandsdiener (zB Flug, Visum, Impfungen) ersetzt
sowie auch die Seminare finanziert.
Ich war im Dezember bereits auf dem ersten Seminar in Frastanz und werde das zweite dort von 10.-12. Juli absolvieren. Der Flug ist gebucht; am Samstag, 2.8., von Wien nach Madrid, dann eine Nacht in Madrid von wo aus es am 3.8. über Quito nach Guayaquil weitergehen wird. Das Visum ist auch schon beantragt, da heißt es nur mehr: Warten. Es fehlen mir nur noch ein paar Impfungen, die ich allesamt im Juni/Juli machen lassen werde.
Sonst dürfte meinem Abenteuer Ecuador nichts mehr im Wege stehen. Auch wenn es noch 5 Monate bis zur Ausreise sind und ich bis dorthin noch die Matura machen muss, packt mich schon manchmal das Reisefieber und Fernweh oder ist es vielleicht auch die Neugier, mich auf eine andere Kultur einlassen zu wollen.
1 Kommentar:
Hello!
Also erstmal danke für deinen Eintrag! Ich hoff auch, dass ich von deinem Blog immer informiert werde!!
Lg kerstin
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